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Literatur ist Kommunikation und fordert uns heraus

Literatur ist Kommunikation über die Grenzen hinweg. "Als Deutschland nicht mehr zu Deutschland sprach, sprach das Werk Bertolt Brechts immer noch vom Osten her und das Werk Thomas Manns vom Westen her in den anderen, getrennten Teil." (Minder)So viel steht indessen fest, wirkliche Kunst fordert uns existentiell heraus. Sind doch Künstler, Dichter und Denker verschiedentlich Seismographen für die Wahrnehmung von Brüchen und Widersprüchen in der Welt und im eigenen Leben.

Laut Marie Luise Kaschnitz reißt Literatur die Wände ein, die den Menschen "in seiner Alltagswelt einschließen, in eine Gefangenschaft, die ihn auf eine dumpfe Weise traurig macht." Literatur gibt dem Menschen auch die Möglichkeit mit den Worten des Schriftstellers oder Dichters zu sagen, "was er leidet." Was der Leser durchzustehen hat, haben oft auch Schriftsteller schon durchgestanden und in ein dichterisches Gewand gekleidet.

Literatur kann zudem der Bewusstseinswerdung, der Bewusstseinsbildung oder Bewusstseinserweiterung dienen. Sie kann, wie alle großen Kunstwerke, irritieren und im Leser oder Betrachter eine heilsame Unruhe freisetzen.


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