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Manche Biografen rühmen Kants trockenen Humor

Herder schrieb über den 38-jährigen Philosophen: "Die gedankenreichste, angenehmste Rede floss von seinem gesprächigen Munde. Scherz, Witz und Laune standen ihm zu Gebot".

Robert Gernhardt dichtete über Kant

"Eines Tages geschah es Kant,

dass er keine Worte fand.

Stundenlang hielt der den Mund,

und er schwieg nicht ohne Grund.

Ihm fiel absolut nichts ein,

drum ließ er das Sprechen sein.

Erst als man zum Essen rief,

wurd' er wieder kreativ,

und er sprach die schönen Worte:

"Gibt es hinterher noch Torte?"

Kant versuchte einmal einem seiner Kritiker und Schüler seinen Standpunkt zu erläutern, schließlich hielt es ihn nicht mehr und er erklärte: "Ich bemerke, indem ich dieses hinschreibe, dass ich mich nicht einmal selbst hinreichend verstehe." Freilich wurde diese Ironie von dem Angesprochenen nicht bemerkt.

Ein anderes Mal sagte er In seinen Vorlesungen, er verstünde Scherz und nehme es Philosophen nicht übel, wenn sie nicht so lebten, wie sie lehrten.

Dann wieder fühlte er sich in einem Kolleg sehr gestört, da die Federkiele besonders heftig kratzten. Er unterbrach seinen Vortrag und ermahnte seine Hörer: "Schreiben Sie doch nicht so viel mit. Ich bin doch nicht das Orakel von Delphi."

Ein anderes Mal in einer Gesellschaft stellte eine Dame sehr viele Fragen an Kant. Zuletzt wollte sie wissen, ob der Mensch eine Seele habe. Kant sagte: "Sicher hat der Mensch eine Seele, denn wie könnten Sie sie mir sonst aus dem Leibe fragen."

(Den Beitrag trug ich in gekürzter Form in einer Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft, Arnsberg, im Februar 2005 vor.)


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