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Ihr Leben war schwer, aber auch reich

Kurz nach Luise Rinsers Tod las ich ihre unter dem Titel "Kunst des Schattenspiels 1994-1997" erschienenen Tagebuchnotizen, in denen sie mit schweren persönlichen Erfahrungen, mit dem Tod ihres Sohnes Stephan und eigenen langwierigen Klinikaufenthalten, fertig zu werden versucht. Die Frage, ob sie eine große Dichterin war, stellt sich sich hier nicht, weil Luise Rinser in schonungsloser Offenheit und Ehrlichkeit von ihren eigenen Gefühlen spricht, wobei sie überlegt, ob Leben wohl identisch mit Leiden sei. Aber dann gibt sie sich selbst die für alle tröstliche Antwort, dass ihr Leben wohl schwer, aber auch reich gewesen sei, und dass es Glückszeiten gab und immer noch gibt, selbst in einem Alter von nahezu neunzig Jahren.

Der Aufsatz erschien ,in leicht gekürzter Fassung, in der Fachzeitschrift für Literatur und Kunst "Der Literat" 44.Jahrgang, Oktober 10/2002.


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