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War ihr das Nachwende-Deutschland sympathisch?

In "Wir Heimatlosen - 1989 bis 1992" hat sie sich zu den Jahren der "Wende" geäußert, aber merkwürdig matt und unverbindlich, als sei ihre Kraft erschöpft und als mache sich nun Resignation bei ihr breit. Immerhin hatte sie als Mitbegründerin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und Publizistin, sich stets geweigert, die DDR in Anführungszeichen zu setzen. Mit Sätzen wie: "Der Sinn ist nur erfahrbar, indem man hofft. Diese Hoffnung: die große schöpferische Kraft, welche Wirklichkeit zeugt" hatte Luise Rinser vor 1989 in der alten DDR weit mehr Zustimmung erfahren und Hilfe und Trost vermittelt als in Westdeutschland.

Auf die Frage, ob ihr das Nachwende-Deutschland sympathisch sei, antwortete sie ausweichend: "Ich mochte die DDR-Deutschen, ihre Einfachheit, ihr Nichtauftrumpfen." Beim Untergang der DDR habe sie nicht gejubelt und nicht geweint. Als sie sah, wie ein Volk sich der verhassten Herrschenden auf friedlichem Wege entledigte, da habe sie sich gefreut und gesorgt.


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