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Wer war Anna Seghers?

Im Laufe der Entwicklung der alten Bundesrepublik sah ich zu guter Letzt in der Schriftstellerin Anna Seghers nur noch eine Ikone der DDR und brachte ihr Bild vor allem mit den Konterfeis von Ulbricht und Honecker in Verbindung. Dabei hätte ich es eigentlich besser wissen müssen. Immerhin hatte meine Schulfreundin aus der DDR mir in früheren Jahren zwei Erzählbände von Anna Seghers geschickt, die ich wohl gelesen, aber deren Inhalt ich längst vergessen hatte. Doch kurz vor dem hundertsten Geburtstag von Anna Seghers im November 2000 wurde mein Interesse für die Schriftstellerin wieder wach. Ich holte die beiden Bücher aus dem Bücherschrank hervor und besorgte mir einige andere aus ihrem umfangreichen Werk. Ich las sie alle mit wachsendem Interesse und entdeckte mit Erstaunen, dass Anna Seghers über alle ideologischen Schranken hinweg eine begabte und begnadete Schriftstellerin war. Schließlich meldete ich mich für eine Tagung über Anna Seghers in Mainz an. Veranstaltet wurde diese von der Anna-Seghers-Gesellschaft, der Johannes-Gutenberg-Universität und der Akademie des Bistums Mainz. Hier traf ich viele Literaturwissenschaftler aus den neuen Bundesländern, die ich zuvor schon in Fernsehsendungen gesehen hatte wie etwa Sigrid Bock, und die beiden Kinder von Anna Seghers, den Physiker Peter Radvŕnyi und die Ärztin Ruth Radvŕnyi. Mittlerweile bin ich auf dem besten Wege, mein einseitiges Bild von Anna Seghers gründlich zu revidieren.


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