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Hatte Goethe Humor?

Dürfen deutsche Klassiker Humor haben?

Die Polarität von Ernst und Scherz ist eine Schimäre, denn meistens stehen sich diese diffusen Größen nicht als unversöhnliche Kontrahenten gegenüber, "sondern gehen Hand in Hand wie ein altes Ehepaar, das seine Strittigkeiten längst begraben hat", schrieb Steffen Jacobs am 9.März 2004 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Ausgerechnet das intellektuell gewitzte Dichten werde oft und gern, merkt Jacobs weiter an, "in den Bereich der verminderten Zurechnungsfähigkeit verwiesen" und die gewitzte Seite von als "ernst" etikettierten Dichtern standhaft ignoriert. "Im Fall Lessings oder Goethes ist den repräsentativ angelegten Anthologien oft kaum zu entnehmen, dass diese Dichter die deutsche Literatur um bemerkenswert ausgelassene Verse bereichert haben."

"Humor wird", schreibt auch Gero von Wilpert in seinem Goethe-Lexikon, "von einem Klassiker weder vorausgesetzt noch erwartet, am wenigsten von einem deutschen, scheint der doch der 'Tiefe' abträglich." Entsprechend mager ist die Literatur über Goethes Humor. Dabei sind heutzutage heitere Bücher bei deutschen Buchkäufern am beliebtesten, wie kürzlich das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel verlauten ließ.


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