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Was aber bleibt - das ist die Sprache: "Mutterland Wort"

Porträt von Rose Ausländer

"Warum ich schreibe?" fragt die deutsch-jüdische Dichterin Rose Ausländer in einem ihrer autobiographischen Aufzeichnungen und gibt zur Antwort: "Vielleicht weil ich in Czernowitz zur Welt kam, weil die Welt in Czernowitz zu mir kam. Jene besondere Landschaft, die besonderen Menschen, Märchen und Mythen lagen in der Luft, man atmete sie ein. Das viersprachige Czernowitz war eine musische Stadt, die viele Künstler, Dichter, Kunst-, Literatur- und Philosophieliebhaber beherbergte." Rose Ausländer hat Recht. Czernowitz, die Hauptstadt der Bukowina, in der sie als Tochter Rosalie der deutschsprachigen jüdischen Familie Scherzer vor hundert Jahren am 11.Mai 1901 das Licht der Welt erblickte , war in der Tat eine den Wissenschaften und schönen Künsten zugetane Stadt, als sie noch zu Habsburg gehörte. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde aus dem ungarisch-österreichischen Czernowitz das rumänische Cernauti, einige Jahrzehnte später kam die Stadt zur Ukraine. Aus ihr stammten deutsche und jüdische Dichter, Schriftsteller und Wissenschaftler, zum Beispiel der jiddische Lyriker Itzig Manger, der Dichter Alfred Margul-Sperber (er gilt als einer der wichtigsten Vertreter jüdischer Literatur deutscher Sprache in Rumänien), die Dichter und Schriftsteller Paul Celan sowie Immanuel Weißglas, Alfred Kittner, Georg Drosdowski, Moses Rosenkranz, Gregor von Rezzori, der Essayist und Biochemiker Erwin Chargaff.


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