. . auf


Sokrates hier und Sokrates dort - Sokrates allerorten

Nicht alle Bücher über Sokrates haben philosophisches Gewicht

Sokrates muss für vieles herhalten - nicht nur in der Philosophie, sogar für Fußball und sei es auch nur für verkaufsfördernde Titel, zum Beispiel für Bücher wie: "Vorne fallen die Tore. Fußball-Geschichte(n) von Sokrates bis Rudi Völler" und "Sokrates flankt! Eine kleine Philosophiegeschichte des Fußballs" .

Wer aber war Sokrates, der unablässig die Wahrheit gesucht hat und gleichzeitig von sich bekannt hat:"Ich weiß, dass ich nichts weiß"? Die Unergründlichkeit dieses Mannes beginnt bereits mit der Frage nach der Geschichtlichkeit seiner Gestalt. Von ihm selbst ist nichts Schriftliches überliefert worden. Wir kennen ihn und seine Gedanken nur aus den Berichten anderer Philosophen.

Diogenes Laertios fasste die Vita des Philosophen in seiner Geschichte der griechischen Philosophie ungefähr so zusammen: Sokrates, Sohn des Bildhauers Sophroniskos und der Hebamme Phainarete, war Athener und stammte aus dem Demos Alopeke. Geboren wurde er im Jahre 469. Im Jahr 399 vor der Zeitwende ist er im Alter von 70 Jahren gestorben, wie wir wissen, keines natürlichen Todes. Ist er doch wegen angeblicher Gottlosigkeit dazu verurteilt worden, den Schierlingsbecher zu leeren.

Sokrates war - auch das ist hinreichend bekannt - mit Xanthippe verheiratet und hatte mit ihr drei Söhne. Heute gilt Xanthippe als das Urbild eines bösen zänkischen Weibes. Viele Anekdoten handeln von ihr und auch etliche Bücher. Gerald Messadié lässt in "Ein Mann namens Sokrates" Xanthippe einen Mord aufklären. Gordian Robert rückt sie in "Die Frau des Philosophen" ebenfalls in den Mittelpunkt des Geschehens und charakterisiert sie als streitsüchtiges Eheweib. Aus Platons und Xenophons Schilderungen ergibt sich dagegen ein durchaus freundliches Bild dieser Ehe.

Bis in die Gegenwart hinein hat Sokrates Philosophen provoziert, wie etwa Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Johann Georg Hamann, Sören Kierkegaard und Friedrich Nietzsche. Viele haben in der Auseinandersetzung mit ihm ihre eigene Position gefunden. Dabei entstanden unterschiedliche Sokrates-Bilder.

Später kristallisierten sich drei Interpretationsrichtungen heraus. Die erste arbeitet einen Gegensatz zwischen Platon und Sokrates heraus. Danach ist Sokrates mit der Mehrzahl der Sophisten der Demokratie verbunden, wohingegen Platon, vor allem in der "Politeia" ein autoritäres und totalitäres Staatsmodell entworfen habe. Das ist die These von Karl Raimund Popper und André Glucksmann. Beiden Darstellungen mangelt es an historischer Reflexion, da ungeprüft politische Konzepte des 20.Jahrhunderts auf das vierte vorchristliche Jahrhundert übertragen werden. Eine andere Richtung untersucht die dialogische Struktur des sokratischen und platonischen Denkens, zum Beispiel Jürgen Mittelstraß. Für eine dritte Richtung steht Sokrates als Repräsentant einer spezifischen philosophischen Lebensform im Mittelpunkt des Interesses. Hier ist es die anthropologisch-ethische Fragestellung, die sich im Kontext eines Versuchs philosophischer Neuorientierung mit dem sokratischen Modell eines gelungenen Lebens auseinander setzt, wie sie vor allem von Gernot Böhme in seinem Buch "Der Typ Sokrates" aufgeworfen wird.

Andere Autoren wie Udo Marquardt unternehmen Spaziergänge mit Sokrates oder frühstücken mit ihm - so der Pariser Philosophiedozent und Redakteur einer satirischen Zeitschrift, Frédéric Pagès Brigitte Hellmann zieht es dagegen vor "Mit Sokrates im Liegestuhl" zum Nachdenken anzuregen. Klaus Bartels wiederum vergnügt sich "Mit Sokrates im Supermarkt" und unterhält seine Leser mit Streiflichtern aus der Antike. Er liefert Berichte über Politik, Gesellschaft, Literatur, Kunst und den Alltag der Griechen und Römer mit ironischen Bezügen zur Gegenwart. Den Reigen eröffnet Sokrates mit seinem Ausspruch:" Wie viele Dinge gibt es doch, die ich nicht brauche!"

Eva-Maria Kaufmann bietet eine anschauliche und lebendige Einführung in Sokrates' Leben und Werk. Dem philosophisch Kundigen bringt sie allerdings wenig Neues. Schüler und Erstsemester indessen macht sie mit Sokrates' historischem Umfeld, seinem Leben und seinem Denken in verständlicher Weise vertraut.

Andere philosophisch gebildete Zeitgenossen bemühen sich dagegen, das Bürgergespräch nach sokratischem Vorbild neu zu beleben, so Marc Sautet mit "Ein Café für Sokrates" und Lou Marinoff mit Sokrates' Couch.

Kay Hoffmann empfiehlt ebenfalls Sokrates und zwar "Bei Liebeskummer". Dies Oeuvre ist freilich weniger eine Anstiftung zum Philosophieren, sondern eher eine Einführung in Psychohygiene, wobei es nicht so sehr um disziplinierte Denkanstrengung oder vernunftgesteuerte Lebensführung geht, sondern um den je persönlichen Weg zum Glück durch vielfältige Übungen. Ob Sokrates mit all diesen Bemühungen, die in seinem Namen angestellt werden, einverstanden wäre, dünkt fraglich. Wahrscheinlich würde er sich wegen des ein oder anderen Druckerzeugnisses, die sich auf ihn beziehen, wohl eher im Grabe umdrehen.

Höchste Zeit, dass wir uns jetzt den Büchern zuwenden, die sich ernsthaft und dezidiert mit Sokrates auseinanderzusetzen vorgeben.

MATHIAS JUNG: Sokrates. Tod, wo ist dein Stachel? Perspektiven der Menschlichkeit. 172.S., emu verlag, Lahnstein 2001; ISBN 3-89189-080-X, EUR 11,-

Der Philosoph und Psychotherapeut Mathias Jung beginnt sein Sokratesbüchlein mit einem Zitat von Ernst Bloch. Dieser schrieb über Sokrates: "Er war ein absoluter Hallodri, hatte keinen Schreibtisch, keine Bücher, hielt sich nirgends ständig auf, war sozusagen ein Faulenzer der schöpferischen Art; das Faulenzen war seine einzige Tätigkeit. Trotzdem hatte er die machtvollste Nachwirkung ausgeübt, weil seine Freunde mit den Lehren des Sokrates zugleich eine einzigartige, bezaubernde Person überliefert haben"(9).

Sokrates war, fährt Jung fort, weder ein systematischer Philosoph noch besaß er einen Lehrstuhl. Vielmehr war er ein peripathetischer Denker, ein umherwandelnder Philosoph, "der größte Flaneur in der Weltgeschichte des Denkens"(9), die zentrale Leitfigur nicht nur des griechischen Denkens, sondern der gesamten westlichen Philosophie, der das Denken im ununterbrochenen Dialog und der öffentlichen Kommunikation geschärft habe, und, wie Cicero über den geistigen Provokateur sagte, als Erster die Philosophie vom Himmel heruntergeholt hat, "in den Städten angesiedelt, sie sogar in die Häuser eingeführt und sie (die Philosophie) gezwungen (hat), nach dem Leben, den Sitten und dem Guten und Bösen zu fragen"(14).

Jung sieht, wie viele andere auch, in Sokrates das Urbild eines Philosophen. Er zentrierte die Philosophie auf den Menschen, während die vorsokratischen Philosophen von Thales bis Demokrit, den Ursprung der Welt zu bestimmen versucht hatten. Für Sokrates indessen waren dies unlösbare Fragen. Stattdessen konzentrierte er sich auf die Frage nach den Tugenden im Gespräch mit seinen Mitbürgern. So holte er die Philosophie nicht nur vom Himmel, sondern auch aus dem Elfenbeinturm der Wissenschaften und brachte sie unter die Leute. Das Neue an Sokrates und seiner Methode war die Erkenntnis, betont Jung, dass keine Religion, kein Staat und keine Gemeinschaft dem einzelnen das Denken abnehmen könne und dürfe. Er selbst erlebe es als Psychotherapeut immer wieder, wie sehr Menschen oft in einem Weltbild der Zwänge leben, das von anderen Menschen errichtet wurde. "Meist haben diese Zwangsbotschaften nichts mit unserer inneren Wahrheit zu tun" (59). Bei Sokrates aber wird das Denken zum Ereignis und zur Lebenshilfe. Für ihn, den Aufklärer, bestand das menschliche Gutsein im Wissen. Er plädierte darum "für die Bewusstheit des Menschen, seine Fähigkeit, nüchtern abwägen zu können"(69).

Der Autor veranschaulicht die Bedeutung des Wissens für unser Leben an einigen Beispielen aus seinem psychotherapeutischen Alltag und meint, dass bei Ess-, Arbeitssucht, Apparatemedizin die sokratische Begriffsklärung besonders gefragt sei, ebenso sei sie unerlässlich in der gegenwärtig boomenden Transplantationschirurgie. Hier gäbe es Fragen über Fragen. "Moral und Wissen - das ist, nicht nur bei der Begriffsverwirrung über den Gehirntod des Menschen, ein nie endendes Forschungsfeld für die sokratische Gesinnung eines Menschen und der Gesellschaft" (80).

Der Satz "Ich weiß, dass ich nichts weiß" wurde gleichsam zum Markenzeichen des Sokrates. Dabei geht es dem Philosophen vor allem um den Verlust der naiven Selbstsicherheit und Selbsttäuschung. Denn erst in dem Wissen des Nichtwissens besteht nach Sokrates die wahre Weisheit, das bedeutet die Aporien der menschlichen Erkenntnis zu kennen und ihre grundsätzliche Unabschließbarkeit und Irrtumsanfälligkeit zu akzeptieren.

Dem Menschen falle es schwer, gibt Jung zu, die Fragezeichen des Lebens auszuhalten. Doch Sokrates sei ein gutes Gegenmittel gegen jede Art von Fundamentalismus, mag er nun Katholizismus, Marxismus oder sonst wie heißen. Denn Sokrates lehnte geschlossene Denksysteme, Totalitarismen ab und befreite den Menschen von Besserwisserei. Schwache Menschen klammern sich dagegen an Systeme, simple Welterklärungen oder Führer, die alles zu wissen vorgeben.

Auch Mathias Jung hat, wie die Ausführungen sicher ahnen lassen, Sokrates nicht so sehr als Philosophen, sondern in erster Linie als Therapeuten gelesen und hat beim Studium der sokratischen Dialoge eine Fülle psychotherapeutischer Grundvoraussetzungen, Techniken und Anregungen entdeckt. Schließlich ist Sokrates, "was ein guter Therapeut sein sollte, eine Persönlichkeit von Ausstrahlung, flinkem Geist und Herzenswärme" (112). Er pathologisiert seine Gesprächspartner nicht, erklärt sie nicht für seelisch krank, sondern akzeptiert sie in ihrer Widersprüchlichkeit und in ihrem Reichtum.

Nebenbei geht der Autor auf Sokrates Leben ein, beschreibt detailliert den Prozess, durch den Sokrates zum Tod verurteilt wurde, und erläutert, was Sokrates über die Liebe und den Tod gedacht hat.

Philosophisch gehaltvoller als bei Jung wird es dann in dem Sammelband: HERBERT KESSLER (Hrsg.): Das Lächeln des Sokrates. Sokrates-Studien IV. 358 S., Die Graue Edition. Servicecenter-Fachverlage, Kusterdingen 1999; ISBN 3-906336-25-5. EUR 19,-

Das Thema Sokrates scheint in der Tat unerschöpflich zu sein, wie die vierte Fachtagung im Jahr 1998 ergeben hat, deren Ergebnisse, angereichert durch zusätzliche Texte, hier gedruckt vorliegen

Den Anfang macht Gerhart Schmidt mit "Sokrates in Platons Höhle." Bekanntlich hat Platon, der sich als Sokrates' legaler Erbe verstand, mit dem Höhlengleichnis zum Ausdruck gebracht, dass die Seelen an den Körper gefesselt seien, durch falsche Meinungen und Begierden, die dem Körper schmeicheln und die zugleich Stricke für die Seele sind. Zu diesen Schatten gehören beispielsweise auch "politisch-moralische Fehlmeinungen etwa über Gerechtigkeit" (21). Anders steht es dagegen mit dem befreiten Sokrates. Er wird sich der Gefangenschaft seines Nichtwissens bewusst.

Klaus Döring befasst sich mit "Sokrates im Urteil der frühen Christen". Der christliche Philosoph Flavius Justinus, der 165 den Märtyrertod starb, nahm, so Döring, wiederholt auf den griechischen Philosophen Bezug, etwa mit dessen Ausspruch zu den Richtern "Wisset wohl, wenn ihr mich tötet, ..dann werdet ihr nicht mir, sondern allein euch selbst Schaden zufügen." Die Gemeinsamkeit zwischen Sokrates und den Christen, die aus religiösen Gründen verfolgt wurden, liegt darin, dass diese wie Sokrates vom absoluten Vorrang der Seele überzeugt waren. Justin sah im Sokratesprozess und im Christenprozess offensichtlich zwei nur wenig voneinander verschiedene Erkenntnisformen eines und desselben Vorgangs. Auch der Platoniker Marsilio Ficino (1433-1499) bemühte sich in der Renaissance, Christentum und Platonismus in Einklang zu bringen und betrachtete Sokrates ebenso wie Platon gleichfalls als einen Vorläufer Christi. Die Situation freilich hatte sich inzwischen geändert. Zur Zeit Justins musste sich die neue christliche Lehre gegen die Tradition der heidnischen Philosophie ihr Recht erkämpfen. Jetzt in der Renaissance bemüht sich die antike Philosophie, sich ihre alten Rechte in der Auseinandersetzung mit dem Christentum zurückzuerobern.

Karin Alt weist in ihrem Beitrag "Sokrates und Sokratisches bei christlichen Autoren des 3. und 4.Jahrhunderts" darauf hin, dass einige Philosophen wie Tatian und Tertullian die griechische Philosophie schroff ablehnten, andere wiederum eine Nähe des christlichen Gottesglaubens zu Sokrates konstatierten, auch wenn sie griechischen Philosophen das Erlangen der vollkommenen Wahrheit nicht zugestehen wollten, weil nach ihrem Verständnis diese nur durch Gott offenbar werden könne.

Renate Vonessen äußert sich über den "sokratischen Geist bei Montaigne" und legt dar, dass sich Montaigne im Februar 1571 in seinen Turm zurückgezogen habe, um sich nur noch seinen Studien zu widmen. Zum Gegenstand seiner Studien machte er sich selbst, um zu verstehen, wie die ursprüngliche Natur des Menschen beschaffen sei. Seine wichtigsten Helfer bei dieser Selbst-Prüfung waren Autoren und 'Helden', die zu diesem Thema etwas beigetragen haben, neben Homer, Alexander und Epaminondas vor allem Sokrates, weil an diesem am vollkommensten sichtbar wird, "wie der Mensch ursprünglich gedacht war und wie er aus diesen ersten Voraussetzungen sein Leben in Verantwortung führen kann" (141).

Daniel Krochmalnik setzt sich mit Moses Mendelssohn und den Sokrates-Bildern des 18.Jahrhunderts auseinander. Unterschiedliche Gruppen und Richtungen, führt der Autor aus, haben Sokrates mit den ihnen genehmen Zügen aus der reichen doxographischen Tradition ausgestattet. Aufklärer bekennen sich zuweilen zu einem "gegenaufklärerischen" Sokrates und vice versa. Rousseau beispielsweise stilisierte sich zu einem kynischen Sokrates. Lessing hat ihn sogar, nachdem er den ersten "Discours" Rousseaus rezensiert hatte, als neuen Sokrates begrüßt, "welcher der Tugend gegen alle gebilligten Vorurteile das Wort redet"(157). Moses Mendelssohn hätte dagegen gern "Socrates zum Muster und Leßing zum Freund" gehabt.

Der Autor erinnert ferner an Diderots Skizzen zu einem philosophischen Drama "Der Tod des Sokrates" und macht deutlich, dass uns bei Diderot und Voltaire ein deistischer oder materialistischer Sokrates begegnet. Bei Hamann haben wir es dagegen mit einem christlichen Sokrates zu tun. Mendelssohns' Sokrates wiederum lässt sich im breiten Spektrum der zeitgenössischen Sokrates-Deutungen verorten.

Jürgen Werner behauptet ebenfalls, dass kaum eine andere Gestalt für die Epoche der Aufklärung so bedeutsam gewesen sei wie die des Sokrates. Man habe das 18.Jahrhundert geradezu das "Sokratische Zeitalter" genannt, in dem man "Sokratische Freundschaften" gepflegt und "Sokratische Gespräche" geführt habe. Vor allem die philosophischen Romane von Christoph Martin Wieland hatten, wie schon Friedrich Schlegel festgestellt hatte, ein "Sokratisches Gewand". Werner schließt mit der schönen Formulierung: "Wieland schuf den Sokrates sich zum Bilde, zum Bilde Wielands schuf er ihn"(239).

Gunter Scholtz beruft sich in seinem Essay "Sokrates und die Idee des Wissens" auf Schleiermacher, für den mit Sokrates in Griechenland die systematische Philosophie beginnt. Schleiermachers Auffassung von Sokrates als Wendepunkt der Geschichte wurde auch von weiteren Philosophen, wie etwa von Hegel, wenngleich mit etwas anderen Argumenten, unterstrichen. Mit Sokrates, so Hegel, breche das moderne Prinzip, nur dem eigenen Gewissen und der eigenen Einsicht gehorchen zu wollen, in die alte Welt ein, und darum sei diese Welt zugrunde gegangen. Nietzsche hat diese Sichtweise wirkungsreich bestätigt. Er entdeckte in Sokrates den Beginn des modernen Unheils, des intellektualistischen Irrwegs, so dass Sokrates für Nietzsche die "fragwürdigste Erscheinung des Altertums" war. Denn die Suche nach Wissen und Wahrheit täuscht, laut Nietzsche, über die wahre Wirklichkeit, den dionysischen Weltgrund, hinweg. Deshalb setzte Nietzsche seine Hoffnung auf die Kunst.

Schon Friedrich Schlegel hat 1795/96 mit Sokrates die moderne Geschichte beginnen lassen. Heute indessen weckt Nietzsches Kritik eine größere Faszination als etwa das Sokrates-Bild von Schleiermacher. Wer hat Recht? Der Verfasser kommt zu dem Schluss, "dass gerade im Zeitalter der Wissenschaft das sokratische Fragen seine hohe Aktualität behalten hat.." (267).

Verena Peters skizziert Sören Kierkegaards sokratisches Christentum und macht darauf aufmerksam, dass Kierkegaard Sokrates als einen negativen Philosophen gezeichnet hat, der nicht zur Wahrheit, sondern zum Nichts und zur Verzweiflung führt. Robert Heiß hält Kierkegaard für einen "unsokratischen Sokratiker", der aus der Schwermut gelebt hat. Für den dänischen Philosophen existierte das Christentum nicht mehr, da dieses, nach Kierkegaards Überzeugung, der Sünde verfallen sei und daher keine Gegenwart, sondern nur eine Vergangenheit habe. Kierkegaards Christentum entsprang dem Überdruss am Bestehenden, der zugleich Überdruss an der Kultur und am modernen Menschen war. Hat Kierkegaard mehr die Rolle eines Sokrates seiner unsokratischen Zeit gespielt oder eine ganz andere, etwa die eines Savonarola? (322) fragt sich Robert Heiß am Ende seines Beitrags.

Vincent Berning wagt in "Neosokratik bei Gabriel Marcel" einen Vergleich zwischen Gabriel Marcel und Sokrates. Auch Marcel war davon überzeugt, dass der Philosoph immer wieder wie Sokrates unter die Menschen gehen müsse, um sie im Gespräch oder in Diskussionen nach Vorträgen oder durch Schriften zum Guten zu bewegen. Dieses Wächteramt hat Marcel für die Philosophen nachdrücklich eingefordert.

Insgesamt ist es den Autoren dieses Bandes recht gut gelungen, die Wirkungen, die Sokrates in den verschiedenen Epochen gehabt hat, ins rechte Licht zu rücken.

ERNST R:SANDVOSS: Die Wahrheit wird euch frei machen. Sokrates und Jesus. 166 S., Deutscher Taschenbuchverlag, München 2001; ISBN 3-423-30806-0, EUR 9,50

Der Saarbrücker Philosophiehistoriker vergleicht in seiner eher historisch als philosophisch ausgerichteten Studie Wirkungsweise und Funktion der beiden "Wegweiser der Menschheit", die an der Schwelle der gesellschaftlichen Entwicklung (Sokrates) und der religiösen Entwicklung (Jesus) eine Wende zum Besseren herbeiführen wollten. Für beide galt "Die Wahrheit wird euch frei machen". In der unbedingten Liebe des Sokrates zur Wahrheit und in der unbedingten Liebe Jesu zu Gott liegt für den Autor der Grund für deren zeitlose Wirkung und anhaltende Bedeutung. Sokrates wandte sich gegen die Unwissenheit seiner Zeitgenossen, Jesus gegen Gewinnsucht, Korruption und Scheinheiligkeit. Beiden kommt eine einzigartige Bedeutung für das fragile Bauwerk unserer Zivilisation zu. Doch gibt es gravierende Unterschiede zwischen beiden. Beide kommen aus verschiedenartigen Kulturen. Auch ist ihr Altersunterschied beträchtlich. Sokrates stand am Ende seines Lebens, als er sterben musste, Jesus in der Blüte seiner Jahre. Ihre Sicht war daher unterschiedlich. Auf der einen Seite haben wir sokratische Ironie, Gelassenheit und Abgeklärtheit, auf der anderen Seite jesuanische Leidenschaft, Radikalität und Abwesenheit von Selbstzweifeln. Auch darf man den Gegensatz von Religion und Philosophie nicht unterschlagen. Appellierte doch der eine an die Vernunft und wollte zur Weisheit erziehen. Der andere forderte Glauben und versprach das Heil. Die alten Griechen erkämpften ihre Freiheit in den Perserkriegen, den Juden wurde sie (zeitweise) geschenkt. Der Geist der griechischen Kultur war prometheisch, am Handeln, an Siegen und Heroen orientiert, in der jüdisch-christlichen Weltsicht dominiert das Leiden mit Klagemauer, Jammertal, Kreuz, Märtyrer und Fremdbestimmung. Die kulturellen Unterschiede zwischen Orient und Abendland waren gewaltig. Zwischen hellenisch-sokratischer Selbstbefreiung und jüdisch-jesuanischer Selbstaufgabe besteht offensichtlich keine Verbindung und damit keine Vergleichsmöglichkeit, ähnlich wie zwischen Philosophie und Offenbarungsreligion. Sokrates hatte Schüler, Jesus Jünger. Von einem guten Schüler erwartet man, dass er den Lehrer übertrifft, von einem Jünger, dass er seinem Meister nachfolgt, nicht dass er diesen überholt.

Doch über alle Unterschiede hinweg verband beide ein ähnliches Schicksal und ein gleiches Ziel, nämlich das Wohl der gesamten Menschheit. Der eine berief sich auf sokratische Wahrheitssuche, der andere auf jesuanische Gottsuche. Beide wollten die Menschen zum Umdenken, zur Umkehr und Selbsterneuerung bewegen.

Sokrates kämpfte gegen Relativierung, Subjektivierung und gegen die Abschaffung von Gesetzen, von Recht und Moral durch die Sophisten, gegen die Lehre vom Recht des Stärkeren und deren Anwendung in der politischen Praxis, Jesus gegen Formalisierung, Instrumentalisierung und Kommerzialisierung der Religion durch eine Priesterkaste. Beiden ging es um Befreiungsversuche der Menschheit von den Fesseln pseudointellektueller oder pseudomoralischer Machteliten. Sokrates Devise "Tugend ist Wissen" bildet die Grundlage für jeden echten Fortschritt in der Wissenschaft. Jesus führte den Kampf um das Seelenheil seiner Mitmenschen. Eine echte Chance hatten sie freilich nicht, behauptet Sandvoss kühn und sieht dennoch in Sokrates und Jesus wichtige Katalysatoren der Evolution und des geistigen Fortschritts. Denn die Menschlichkeit, wie sie Sokrates und Jesus gelehrt und vorgelebt haben, gehört zweifellos zu den höchsten Errungenschaften der Menschheit.

Aber es gab auch antisokratische Wege, zum Beispiel bei Hegel und erst recht bei Nietzsche. In diesem Zusammenhang kommt der Autor auf unlängst untergegangene Ideologien zu sprechen wie den Nationalsozialismus und den Marxismus. Aber wenn er dann zum Rundumschlag gegen Turbo-Kapitalismus, darwinistische Ideologie, Entmythologisierung, Dogmatisierung des Christentums, Instrumentalisierung der Wissenschaft, "Sokratesferne" der modernen Gesellschaft ausholt, hat er damit nicht nur den wissenschaftlichen Boden verlassen, sondern dann werden seine Ausführungen auch ausgesprochen flach und pauschal.

PETER UNRUH: Sokrates und die Pflicht zum Rechtsgehorsam. Eine Analyse von Platons "Kriton". Nomos Verlag, Baden-Baden 2000; ISBN 3-7890-6854-3, EUR 34,--

Unruh analysiert gründlich und gewissenhaft den Dialog "Kriton", der im Vergleich zu anderen Dialogen Platons bislang von der (rechts-)philosophischen Literatur in der kontinentaleuropäischen Sphäre geradezu stiefmütterlich behandelt wurde, im Gegensatz zur anglo-amerikanischen Diskussion, wo er seit einigen Jahrzehnten eine gesteigerte und anhaltende Aufmerksamkeit genießt. Dabei sind die im Kriton aufgeworfenen Fragen über die Pflicht zum Rechtsgehorsam und die entsprechenden Antworten, hebt der Verfasser hervor, nicht nur für einen bestimmten Kulturkreis relevant. Vielmehr seien sie von allgemeiner Bedeutung. Merkwürdigerweise seien bisher nur wenige Autoren zu einer positiven Einschätzung gelangt.

Der Dialog beginnt mit der Ankunft Kritons in der Gefängniszelle. An ihn hat Sokrates, nach dem Bericht Platons, seine berühmten letzten Worte auf dem Sterbebett gerichtet: "O Kriton, wir sind dem Asklepsios einen Hahn schuldig...". Kriton war es auch, der dem Philosophen nach Eintritt des Todes die Augen schloss.

Ins Gefängnis gekommen war Kriton zunächst, um Sokrates zur Flucht aus dem Gefängnis zu überreden, damit er der Todesstrafe entgehe. Das Volk von Athen hätte diese Handlungsweise durchaus verstanden und gebilligt. Nicht gebilligt aber hätte das Volk, dass Kriton, obwohl dazu imstande, Sokrates nicht hätte retten wollen. "Denn die Menge wird nicht glauben", hält Kriton Sokrates vor, "dass du nicht von hier habest weggehen wollen, obwohl wir dich drängten"(47).

Doch der ruhige und besonnene Sokrates, der dem stürmischen und zur Skrupellosigkeit neigenden Kriton weit überlegen war, lehnte den Vorschlag ab, so sehr Kriton ihn auch bedrängte und im Sinne seines Vorschlages argumentierte.

Unruh sieht in Kriton einen "Repräsentanten der Standardmoral", der der Überzeugung anhing, dass man die öffentliche Meinung achten müsse. Um Kriton die Ungerechtigkeit der Flucht einsichtig zu machen, greift Sokrates dessen Moralvorstellung an der Wurzel an und bezweifelt sehr, ob es auf die Meinung der Menge überhaupt ankomme. Ausschlaggebend für Sokrates ist allein die Erwägung der wirklich vernünftigen Leute, mithin die Vernunft. Denn weder die Verbannung noch der Verlust der bürgerlichen Ehren, allein die Ungerechtigkeit, der negative Effekt auf die Seele ist in den Augen von Sokrates tatsächlich ein Übel.

So hat sich Kriton mit seinem Plädoyer für eine Flucht des Sokrates aus dem Gefängnis als ein Vertreter der konventionellen Moralvorstellungen im zeitgenössischen Athen erwiesen. Ihm erscheint der originär vernunftorientierte philosophische Standpunkt nicht sehr überzeugend. Daher nimmt er den Hinweis auf die Seele als größtem Gut nicht auf. Gegenüber seiner unreflektierten Wiedergabe und Anwendung der konventionellen Moralvorstellungen besteht Sokrates auf einer philosophischen Untersuchung der Streitfrage und bleibt damit auch angesichts des Todes seiner Überzeugung treu, dass nur ein geprüftes Leben lebenswert sei und die Vernunft nicht der Macht geopfert werden dürfe.

Die Disposition des Menschen zum Gerechten, Schönen und Guten ist für Sokrates von größerer Wichtigkeit als die körperliche Integrität, erklärt Unruh. Die Gerechtigkeit verhält sich zur Seele wie die Gesundheit zum Körper. Ebenso wie in Fragen der körperlichen Integrität ist in Gerechtigkeitsfragen nicht die öffentliche Meinung, sondern der Ratschlag der Experten (in diesem Falle des Moralexperten) einzuholen und zu befolgen. Bei Missachtung droht die Seele Schaden zu nehmen. Überordnung der Gerechtigkeit über das bloße Leben ist mithin geboten. Eine solche Beeinträchtigung liegt, nach den Aussagen aus dem "Gorgias" und dem "Thrasmachos", in der Ungerechtigkeit. Sie ist unter allen Umständen zu meiden, und sei es um den Preis des eigenen Lebens. Denn der Verlust des Lebens kann nur die körperliche Integrität beeinflussen; die Ungerechtigkeit aber verschlechtert die Seele. Die Seele ist ihrerseits "wertvoller" als der Körper, und somit ist primär auf die Gerechtigkeit des eigenen Handelns und nicht auf den Schutz des bloßen Lebens zu achten.

Die Schlechtigkeit und Hässlichkeit des Unrechttuns ergibt sich aus seinen negativen Auswirkungen auf den Zustand der Seele, die das höchste Gut des Menschen sei. Ihre Wertigkeit ist demnach über dem bloßen Leben und der körperlichen Integrität angesiedelt. Deutlich unterscheidet Sokrates zwischen Unrechttun und Unrechtleiden und legt im "Kriton" dar, dass er lieber Unrecht erleiden möchte, als ein Unrecht zu begehen.

Im "Kriton" geht es mithin um den Rechtsgehorsam gegenüber ungerechten Gerichtsurteilen und um die Pflicht zum Rechtsgehorsam gegenüber staatlichen Anordnungen. Dass eine Flucht den Tatbestand des Unrechttuns erfüllt hätte, erläutert Sokrates im "Kriton" zunächst auf abstrakt-philosophischer Ebene und dann mit Hilfe der Rede der Gesetze. Diese explizieren in aller Ausführlichkeit das "Bösestun-" und das "Übereinkunftsargument", die jeweils für sich genommen die Schlussfolgerung tragen, dass die Flucht ein Unrechttun sei.

Dementsprechend untersucht der Autor in aller Ausführlichkeit die Struktur der Rede der Gesetze, das "Bösestun-Argument", das "Übereinkunfts-Argument", fügt einen Exkurs über Sokrates und Locke ein und befasst sich mit "Überzeugen und Gehorsam" sowie mit dem Phänomen "Ziviler Ungehorsam".

Die im Kriton aufgeworfenen Fragen sind fraglos immer noch aktuell und die dort erteilten Antworten, auch wenn sie vielleicht in unserem Jahrhundert nicht mehr direkt überzeugen, auf jeden Fall bedenkenswert.

HERBERT KESSLER (Hrsg.):Sokrates. Nachfolge und Eigenwege. Sokrates-Studien V. 305 S., Die Graue Edition. Servicecenter-Fachverlage, Kusterdingen 2001; ISBN 3-906336-31-X. EUR 19,-

Der Band enthält überarbeitete Vorträge, die bei der 5.Wissenschaftlichen Arbeitstagung der Sokratischen Gesellschaft in Mannheim vom 23. bis 25.November 2000 gehalten worden sind. In erster Linie waren hier, wie Reinhard Häußler im Vorwort betont, "Emeriti und Entpflichtete" zusammen gekommen, "um aus jahrzehntelangem, erfahrungsgesättigtem Umgang mit den Dingen heraus auf ihre je eigene Weise Sokrates zu huldigen"(8). Ein gewisses Optimum an fachlicher Kompetenz sei also vorhanden gewesen, durch die ein relativ geschlossenes Bild sokratischer Ausstrahlung auf die antike Philosophie vermitteln worden sei - mit Nietzsche als modernem Antipoden, wobei ein philologisches Übergewicht geherrscht habe.

Reinhard Häußler leitet seinen Beitrag "Das sokratische Tugendwissen. Über Grundlagen und Grenzen einer Denkform" mit einem Zitat von Karl Jaspers ein, das besagt, dass "Sokrates dachte, der Mensch kann nicht wissentlich Unrecht tun." Es folgt ein Hinweis auf Klopstock und Ewald von Kleist, die in ihren Oden die göttliche Tugend als "Lenkerin im Meer des Lebens" priesen sowie auf Spinozas Ausspruch: "Die wahre Tugend ist das Leben unter Leitung der Vernunft." Auch Schiller dichtete: "Und die Tugend, sie ist kein leerer Schall, der Mensch kann sie üben im Leben." Heute sei allenfalls, gibt Häußler zu bedenken, nur noch von Tugenden die Rede. Man spricht zwar von preußischen Tugenden, gleichwohl tragen diese noch immer den Ruch des Ambivalenten an sich. Der Autor stellt Wissen und Tun im griechischen Denken vor und um Sokrates heraus und hebt ebenfalls hervor, dass Gutsein für Sokrates Gutwissen und Guthandeln eins gewesen sei, weil er davon überzeugt war, dass der Mensch im Zustand der Freiwilligkeit keinem Menschen Unrecht zufügen könne. Aber klar war ihm auch, dass das Unrecht, das man selbst erfährt, die eigene Seele nicht berührt, um so mehr jedoch die des Übeltäters. Sokrates ging es um tugendhaftes Leben und Seelenheil und barg einen Wissensbegriff in sich, der jenseits des Empirischen angesiedelt ist.

Für Albrecht Dihle steht ebenfalls fest, dass die von Sokrates geführte und demonstrierte Lebensweise ihn zur Schlüsselfigur in der Philosophiegeschichte gemacht hat. Dem Nachdenken über Lebensformen gab Sokrates eine neue Richtung und identifizierte mit seiner, der sogenannten sokratischen Maxime die Philosophie als Vorgang steter Reflexion. Rechtes Handeln folgt nur aus rechtem Wissen. Darum denkt und handelt jener am klügsten, wer sich seines Nichtwissens bewusst ist und sich deshalb in jeder Situation und angesichts jeder Einzelfrage einer Prüfung unterzieht.

Selbst Christen beriefen sich gern auf das sokratische Erbe, denn sie selbst und ihre Gegner verstanden den neuen Glauben wie den der Juden als Philosophie. Beruhte er doch wie diese auf der Auslegung autoritativer Texte, die gleichfalls zum rechten Leben führen sollten.

Renate Zoepffel äußert sich über Sokrates und die Pythagoreer, Michael Erler über Sokrates' Rolle im Hellenismus, Woldemar Görler über Ciceros' Sokratesbild und Michael von Albrecht über Senecas Sokrates' Rezeption.

Vorwiegend hat sich die Nachwelt auf die Seite des Sokrates gestellt. Diesen Satz von Eduard Spranger greift Ernst Sandvoss in seinem Aufsatz "Sokrates und Nietzsche" auf. Hegel und Nietzsche indessen stimmten beide darin überein, merkt Sandvoss an, dass Sokrates den Kern des griechischen Wesens verneint und die Auflösung des griechischen Volks herbeigeführt habe.

Scharf verurteilt Sandvoss Nietzsches Attacken gegen den griechischen Philosophen. Nietzsches Sokrates' Bilder seien eher Karikaturen und Projektionen eigener Zustände gewesen als glaubwürdige Sokratesinterpretationen, meint Sandvoss und schreibt weiter: "Das Einzige, was man zur Entlastung dieses Denkers anführen könne, der Sokrates als Kranken, Verbrecher und Verrückten, Jesus als Idioten, das Christentum als Schandfleck der Menschheit und Kant als cant bezeichnet hat, der Menschenrechte ablehnt und Menschenwürde pervertiert, sowie der Grausamkeit und Bestialisierung das Wort redet, ist sein krankhafter Geisteszustand" (300).

Eine Ansicht, über die man gewiss trefflich streiten kann.

Fußnoten:

Der Beitrag erschien in "Philosophischer Literaturanzeiger",

herausgegeben von Rudolf Lüthe und Stephan Nachtsheim unter

Mitwirkung von Ulrike Bardt. Band 56, Heft 3 Juli-September 2003.

Vittorio Klostermann-Verlag, Frankfurt am Main.


. . auf ursula@UrsulaHomann.de Inhaltsverzeichnis