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Religion und Krimi

Was hat der Pfarrer im Krimi verloren?

Geistliche als Detektive, Schurken,Leichen und Krimi-Autoren Vielfältige Verbindungen zwischen Krimi und Theologie Krimis, die im Mittelalter spielen Die ambivalente Rolle der Religion Der Detektiv ein bürgerlich getarnter Erzengel? Der Krimi als Teufelsaustreibung Krimis mit metaphysischer Basis Christliche Kriminalgeschichte im Wettbewerb Kirchenkrimis vom Pastor und der Pastorin Die Kriminalliteratur begann schon mit der Bibel

Vielfältige Verbindungen zwischen Krimi und Theologie

So merkwürdig es auch klingt: zwischen dem Kriminalroman und der Theologie bestehen vielfältige Verbindungen, mehr als man ahnt und vermutet. Immerhin geht es bei beiden um die Verderbtheit des Menschen, um die Abgründigkeit der Welt und um das Verhältnis von Schuld und Sühne. Die meisten Krimis leben von moralisch fragwürdigen Verbrechen. Nirgends zeigen sich die dunklen Seiten des Menschen so deutlich wie hier. So ist es vielleicht auch nicht verwunderlich, dass in der Kriminalliteratur gelegentlich, mehr oder weniger versteckt, religiöse Probleme auftauchen und dass Krimi-Autoren nicht selten ein Faible für religiöse Fragen und Strömungen an den Tag legen. Edgar Allan Poe beispielsweise neigte dem Mystizismus zu, während Arthur Conan Doyle, der Schöpfer von Sherlok-Holmes, in seinen letzten Lebensjahren dem Spiritismus anhing. Dabei sind Poe und Doyle keineswegs die einzigen, die sich religiös orientierten. Zudem kommen in Krimis auffallend häufig Geistliche vor, und zwar in unterschiedlichen Schattierungen.

Man denke nur an Chestertons Pater Brown, den wohlbeleibten, kleinen Priester, der in etwa fünfzig Fällen mit seelsorgerlicher Weisheit Verbrechern auf die Schliche kam. Mittlerweile hat er in mehreren Konfessionen und Kontinenten Nachfolger gefunden. Katholische Geistliche und evangelische Pastoren von Chicago bis Klein-Hasenberg bei Lübeck bevölkern gegenwärtig die Krimilandschaft, sogar ein waschechter Rabbi ist dabei: David Small. In Harry Kemelmans erfolgreicher Romanreihe waltet er seit mehr als einem Vierteljahrhundert seines Amtes als Schriftgelehrter und Detektiv wider Willen und löst knifflige kriminalistische Rätsel mit talmudischer Spitzfindigkeit. Einen Einblick in die jüdische Glaubenswelt vermittelt ebenfalls Zachary Kleins Krimi "Jenseits von Gut und Böse", in dem bei dem Thorafreudenfest der jüdischen Gemeinde in Boston der liberale Rabbiner Dov Horowitz und der Anführer einer antisemitischen Gruppe bei einer Schießerei ums Leben kommen.


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