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Juden in Brandenburg

Geschichte und Gegenwart

Einleitung

Die Mark Brandenburg und das spätere Preußen werden gern als Musterland religiöser Freiheit gefeiert, weil es tolerante Herrscher besessen habe wie den Großen Kurfürsten und den späteren König Friedrich I. Gleichwohl hat auch hier die deutsch-jüdische Geschichte zwei Gesichter. Während des Mittelalters und der frühen Neuzeit wurden Juden in dieser Region ebenso unterdrückt, verfolgt und vertrieben wie in anderen deutschen und europäischen Staaten. Aber kurze Zeit danach wurden sie immer wieder zurückgeholt und seit dem späten 17. Jahrhundert in die allgemeine Einwanderungs- und Toleranzpolitik miteinbezogen. Ende des l8.Jahrhunderts

setzte die bürgerliche Aufklärungsbewegung in Preußen die erste europäische Diskussion über die Emanzipation der Juden in Gang. Doch ein Jahrhundert darauf wurden hier die politischen und ideologischen Grundlagen für den modernen Antisemitismus gelegt. Dennoch hat gerade im preußischen Staat die jüdische Bevölkerung seit Mitte des l9.Jahrhunderts bis zum Ende der Weimarer Republik eine Phase wirtschaftlichen und kulturellen Aufstiegs erlebt, mit erstaunlichen wissenschaftlichen und künstlerischen Höchstleistungen. Beendet wurde diese Blütezeit durch Vertreibung und brutalen Völkermord, der vor allem von Preußens Boden ausging. Heute wiederum gerät kein Bundesland so häufig in die Schlagzeilen wie Brandenburg durch fremdenfeindliche, rechtsextremistisch motivierte Übergriffe auf Asylbewerber und Schändungen jüdischer Friedhöfe. Indessen - es gibt auch hoffnungsvolle Zeichen. Ein halbes Jahrhundert, nachdem in Deutschland Millionen von Menschen verfolgt und ermordet wurden, hält die Bundesrepublik, in Erinnerung an den Holocaust, ihre Grenzen offen für osteuropäische Einwanderer jüdischer Herkunft, die auch in Brandenburg jüdisches Gemeinschaftsleben wieder möglich gemacht haben.


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