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"Eines Freundes Freund zu sein".

Über die Freundschaft von Goethe und Schiller

Über die Bedeutung "eines Freundes Freund zu sein".

"Selig, wer sich vor der Welt

Ohne Hass verschließt,

Einen Freund am Busen hält

Und mit dem genießt",

dichtete der eine, ähnlich der andere, nur etwas enthusiastischer:

"Wem der große Wurf gelungen,

Eines Freundes Freund zu sein,

Wer ein holdes Weib errungen,

Mische seinen Jubel ein!"

Sie haben es sicher längst erraten, wer diese Verse verfasst hat, der eine war Johann Wolfgang Goethe und der andere sein Freund und Dichterkollege Friedrich Schiller.

Sie haben einander zwar schwerlich "am Busen gehalten", schließlich haben sie nie zum vertraulichen Du gefunden, aber ihre Freundschaft, die erst spät begann und der nur gerade zehn Jahre beschieden waren für Gedankenaustausch und gemeinsames Wirken, für gegenseitige Anregung und fördernde Kritik, war innig und herzlich und sucht noch heute ihresgleichen. Dabei hatte die Freundschaft zwischen den beiden Dichterkollegen anfangs unter ungünstigen Vorzeichen gestanden. Lange Zeit hatte nichts darauf hingedeutet, dass sich die beiden einmal finden und einander so viel bedeuten würden wie es dann tatsächlich der Fall war.

Schiller sah den berühmten Dichter des "Götz" und des "Werther" zum ersten Mal, als der Weimarer Herzog mit Goethe und seiner Begleitung im Dezember 1779 auf der Rückreise aus der Schweiz die "Hohe Karlsschule" in Stuttgart besucht und dort "den Feyerlichkeiten des Jahrestags der Militär-Akademie beygewohnt" hat, wie Goethe am 20.12.1779 verlauten ließ. Bei dieser Gelegenheit war der zwanzigjährige Eleve Friedrich Schiller in der Anstalt seines Herzogs Carl Eugen von Württemberg, der Karlsschule im Neuen Schloss, mit einem Preis ausgezeichnet worden.

Am 21.Juli 1787 kam Schiller, nachdem er schon mancherlei geschrieben und erlebt hatte, nach Weimar, der kleinen Residenzstadt, die viel berühmter war als die meisten größeren Residenzstädte in Deutschland, weil die kunstliebende Herzoginmutter Anna Amalia und ihr regierender Sohn Carl August sie zu einem "Musensitz" gemacht hatten. Wieland, Goethe und Herder hatten sich anwerben lassen und gaben der Stadt Glanz und Gepräge, so dass ihr schon bald der Ehrename "Ilm-Athen" zugesprochen wurde.

Auch Schiller hatte der Ruf von Goethe, Wieland und Herder hierher gelockt. Doch der Dichterfürst war noch in Italien, und so wurde sein Geburtstag in seinem Gartenhaus ohne ihn, aber mit Schiller gefeiert. Es sollte noch eine Weile dauern bis deren Freundschaft tatsächlich begann. Goethe hatte nämlich zunächst gar kein Interesse, Schiller kennen zu lernen, und dieser wiederum vermied es, sich dem Älteren aufzudrängen. Sechs Jahre lang ging Goethe seinem jungen Kollegen aus dem Weg. Für Schiller waren es sechs bittere Jahre. Doch Goethe fühlte sich zunächst vom Werk des Jüngeren abgestoßen.

Nach seiner Rückkunft aus Italien schrieb er, er habe u.a. Schillers "Räuber" vorgefunden. Dieses Stück sei ihm "verhasst", "weil ein kraftvolles, aber unreifes Talent gerade die ethischen und theatralischen Paradoxen, von denen ich mich zu reinigen gestrebt, recht im vollen hinreißenden Strome über das Vaterland ausgegossen hatte....ich vermied Schillern, der, sich in Weimar aufhaltend, in meiner Nachbarschaft wohnte. Die Erscheinung des 'Don Carlos' war nicht geeignet, mich ihm näher zu führen...Sein Aufsatz über 'Anmut und Würde' war eben so wenig ein Mittel, mich zu versöhnen...er, im höchsten Gefühl der Freiheit und Selbstbestimmung, war undankbar gegen die große Mutter, die ihn gewiss nicht stiefmütterlich behandelte... Gewisse, harte Stellen sogar konnte ich direkt auf mich deuten, sie zeigten mein Glaubensbekenntnis in einem falschen Lichte.."

Andererseits hat Schillers Publikumserfolg Goethe sehr irritiert. Nichtsdestotrotz vermittelte er im Dezember 1788 die Berufung Schillers auf eine Professur für Geschichte an der Universität Jena nach Beratung mit Carl August und dem Herzog von Gotha. Am 21.Januar 1789 wurde Schiller zum Professor extraordinarius in Jena ernannt und hielt dort im Mai mit bravourösem Erfolg seine Antrittsvorlesung. In den kommenden fünf Jahren beschäftigte er sich fast ausschließlich mit historischen und philosophischen Arbeiten. Zehn Jahre lebte er in Jena, die erste Hälfte dieser Zeit von Weimar nicht nur räumlich getrennt, fern auf jeden Fall von Goethe.

An seinen Freund Christian Gottfried Körner schreibt Schiller am 2.2.1789: "fters um Goethe zu sein würde mich unglücklich machen.. Ich glaube in der Tat, er ist ein Egoist in ungewöhnlichem Grade.. Ein solches Wesen sollten die Menschen nicht um sich heraufkommen lassen. Mir ist er dadurch verhasst, ob ich gleich seinen Geist von ganzem Herzen liebe und groß von ihm denke." Und am 9.3.1789 richtet er an Körner folgende Zeilen: "Dieser Mensch, dieser Goethe, ist mir einmal im Wege, und er erinnert mich so oft, dass das Schicksal mich hart behandelt hat. Wie leicht ward sein Genie von seinem Schicksal getragen, und wie muss ich bis auf diese Minute noch kämpfen!"

Ein Jahr zuvor war es am 7.September 1788 in Rudolstadt zu einer ersten persönlichen Begegnung der beiden Dichter gekommen. Aber die Gesellschaft, zu der Luise von Lengefeld geladen hatte, war so groß, dass sie es Goethe erlaubte, Schiller nicht besonders zu beachten. Dessen Enttäuschung machte sich in einem Bericht an Körner Luft.

"Sein erster Anblick stimmte die hohe Meinung ziemlich tief herunter, die man mir von dieser anziehenden und schönen Figur beigebracht hatte. Er ist von mittlerer Größe, trägt sich steif und geht auch so, sein Gesicht ist verschlossen, aber sein Auge sehr ausdrucksvoll, lebhaft und man hängt mit Vergnügen an seinem Blick .. freilich war die Gesellschaft zu groß und alles auf seinen Umgang zu eifersüchtig, als dass ich viel allein mit ihm hätte sein oder etwas anders als allgemeine Dinge mit ihm sprechen können.. Im ganzen genommen ist meine in der Tat große Idee von ihm nach dieser persönlichen Bekanntschaft nicht vermindert worden, aber ich zweifle, ob wir einander je sehr nahe rücken werden."

Der Bann wurde gebrochen, als Schiller am 13.Juni 1794, mit der förmlichen Anrede: "Hochwohlgeborener Herr, Hochzuverehrender Herr Geheimrat" Goethe schriftlich einlud, an der neu gegründeten Zeitschrift "Die Horen" als Autor und Gutachter mitzuarbeiten, die er, unter Mitwirkung von Johann Gottlieb Fichte, Wilhelm von Humboldt und Carl Ludwig Woltmann, zu Beginn des Jahres 1795 herausgeben wollte. "Der Entschluss Euer Hochwohlgeborenen, diese Unternehmung durch Ihren Beitritt zu unterstützen, wird für den glücklichen Erfolg derselben entscheidend sein, und mit größter Bereitwilligkeit unterwerfen wir uns allen Bedingungen, unter welchen Sie uns denselben zusagen wollen." Am 24.Juni sagte Goethe seine Mitarbeit bei den "Horen" zu: "Ich werde", schrieb er, "mit Freuden und von ganzem Herzen von der Gesellschaft sein" und versicherte einen Tage später am 25.Juli, dass er sich "auf eine öftere Auswechslung der Ideen" lebhaft freue.

Schiller hatte Goethes Mitarbeit bei den "Horen" nicht zuletzt deshalb gewünscht, um der neuen Zeitschrift Ansehen zu verschaffen. Goethe wiederum kam die Einladung gelegen, weil er seit längerem am literarischen Leben wenig beteiligt war und, nach eigenem Eingeständnis, hoffte, dass die neue Verbindung nun manches, was bei ihm ins Stocken geraten war, wieder voranbringen würde. Knapp vier Wochen darauf kam es in Jena zu jener bemerkenswerten Begegnung der beiden, über die Goethe dann nach vielen Jahren unter der Überschrift "Glückliches Ereigniß" berichtet hat.

Beide hatten eine Veranstaltung der "Naturforschenden Gesellschaft" im Hause des Mediziners und Botanikers Karl Batsch besucht und die Veranstaltung "zufällig" gemeinsam verlassen. Ein Gespräch knüpfte sich an. Aber hören wir selbst, was Goethe darüber schreibt: "Wir gelangten zu seinem Haus, das Gespräch lockte mich hinein; da trug ich die Metamorphose der Pflanze lebhaft vor, und ließ, mit manchen charakteristischen Federstrichen, eine symbolische Pflanze vor seinen Augen entstehen. Er vernahm und schaute das alles mit großer Teilnahme, mit entschiedener Fassungskraft; als ich aber geendet, schüttelte er den Kopf und sagte: 'Das ist keine Erfahrung, das ist eine Idee.' Ich stutzte, verdrießlich einigermaßen: denn der Punkt, der uns trennte, war dadurch aufs strengste bezeichnet. Die Behauptung aus 'Anmut und Würde' fiel mir wieder ein, der alte Groll wollte sich regen, ich nahm mich aber zusammen und versetzte: 'Das kann mir sehr lieb sein, dass ich Ideen habe ohne es zu wissen, und sie sogar mit Augen sehe.'" Mit diesem Disput war der erste Schritt aufeinander zu getan.

Zwei Tage später folgt eine Begegnung ihm Hause Wilhelm von Humboldts. Beide haben darüber später berichtet, und Wilhelm von Humboldt notiert am 22.7.1794 in sein Tagebuch: "Abends assen Schillers und Göthe bei uns".

Ende August 1794 schrieben beide einander deutende und einander anerkennende Briefe. Vor allem Goethe fühlte sich durch den Brief von Schiller von diesem verstanden und dankte ihm mit folgenden Worten: "Zu meinem Geburtstage ...hätte mir kein angenehmer Geschenk werden können als Ihr Brief, in welchem Sie mit freundschaftlicher Hand, die Summe meiner Existenz ziehen und mich, durch Ihre Teilnahme zu einem emsigern und lebhafteren Gebrauch meiner Kräfte aufmuntern.

Reiner Genuss und wahrer Nutzen kann nur wechselseitig sein, und ich freue mich Ihnen gelegentlich zu entwickeln; was mir Ihre Unterhaltung gewährt hat, wie ich von jenen Tagen an auch eine Epoche rechne und wie zufrieden ich bin, ohne sonderliche Aufmunterung, auf meinem Wege fortgegangen zu sein, da es nun scheint als wenn wir, nach einem so unvermuteten Begegnen, mit einander fortwandern müssten. Ich habe den redlichen und so seltenen Ernst, der in allem erscheint was Sie geschrieben und getan haben, immer zu schätzen gewusst, und ich darf nunmehr Anspruch machen durch Sie selbst mit dem Gange Ihres Geistes, besonders in den letzten Jahren, bekannt zu werden."

Für September schon lud Goethe den neuen Partner in sein Haus nach Weimar ein. Schiller sagte "mit Freuden" zu, verbarg aber nicht, dass er wegen seiner Krankheit mit den störenden nächtlichen Krämpfen nie genau wisse, wann er sich wohlfühle, wünschte, dass sich niemand durch ihn gestört fühle und schloss den ergreifenden Satz an: "Ich bitte bloß um die leidige Freiheit, bei Ihnen krank sein zu dürfen." Vierzehn Tage waren beide in Weimar zu ausgiebigem Gedankenaustausch zusammen. Von nun an sahen sich die beiden, die, wie Goethe es dann in einem Brief an Schiller nannte, einen "Bund des Ernstes und der Liebe" geschlossen hatten, regelmäßig. Fast täglich hatten von Beginn an Botenfrauen oder die fahrende Post Sendungen zwischen beiden zu befördern. Die Freunde borgten einander Bücher, tauschten Manuskripte aus, die Arbeit an den "Horen" ging voran, die "wissenschaftliche Correspondenz" begann. Sie führten "ein Werkstattgespräch in Permanenz", schreibt Sigrid Damm in ihrer Schiller-Biographie. Beide waren sich erstaunlich schnell näher gekommen und fanden zu einem intensiven Arbeitsbündnis zusammen, in dem jeder gab und nahm und das nur Schillers Tod am 5.Mai 1805 aufkündigen konnte.

Oft hielt sich Goethe in Jena auf. Für kürzere oder für längere Zeit setzte er sich von Weimar ab, um sich in der nahen Universitätsstadt in seine wissenschaftlichen und künstlerischen Arbeiten vertiefen und mit Gelehrten und Freunden unterhalten zu können.

"Goethe ist seit dem 5.hier und bleibt diese Tage noch hier, um meinen Geburtstag mit zu begehen. Wir sitzen von abend 5 Uhr bis nachts 12 auch 1 Uhr zusammen und schwatzen", ließ Schiller Wilhelm von Humboldt am 9.11.1795 wissen. Dass sich der Bund mit Schiller so schnell festigte, beweist, wie sehr Goethe, der nach seiner Italienreise vereinsamt und an einem schöpferischen Tiefpunkt angelangt war, gerade damals eine Verbindung wünschte, in der er sich verstanden wusste und schöpferische Anregungen erhielt. darum der wiederholte lebhafte Dank, "um den einzigen Fall auszudrücken, in dem ich mich nur mit Ihnen befinde" (7.7.1796) und die emphatische Versicherung: "Sie haben mir eine zweite Jugend verschafft und mich wieder zum Dichter gemacht" (6.1.1798).

Beide Dichter haben sich über ihre Freundschaft wiederholt geäußert: Schiller in mannigfachen Briefberichten, vor allem an seinen Freund Körner, Goethe in einem späteren Rückblick "Erste Bekanntschaft mit Schiller" von 1817 und in "Ferneres in Bezug auf mein Verhältnis zu Schiller" von 1825.

Schiller schreibt beispielsweise an Christian Gottfried Körner am 1.9.1794: "Bei meiner Zurückkunft fand ich einen sehr herzlichen Brief von Goethe, der mir nun endlich mit Vertrauen entgegenkommt. Wir hatten vor sechs Wochen über Kunst und Kunsttheorien ein langes und breites gesprochen und uns die Hauptideen mitgeteilt, zu denen wir auf ganz verschiedenen Wegen gekommen waren. Zwischen diesen Ideen fand sich eine unerwartete Übereinstimmung, die um so interessanter war, weil sie wirklich aus der größten Verschiedenheit der Gesichtspunkte hervorging. Ein jeder konnte dem anderen etwas geben, etwas ihm fehlte, und etwas dafür empfangen."

Friedrich Wilhelm David Hoven erhielt von Schiller am 22.11.1794 folgende Zeilen: "Überhaupt bin ich in diesem Sommer endlich mit Göthen genau zusammen gekommen, und es vergeht keine Woche, dass wir einander nicht sehen oder schreiben...In naturhistorischen Dingen ist er trefflich bewandert und voll großer Blicke, die auf die konomie des organischen Körpers ein herrliches Licht werfen.. Über die Theorie der Kunst hat er viel gedacht und ist auf einem ganz anderen Wege als ich zu den nämlichen Resultaten mit mir gekommen."

Beide konzentrieren sich ganz auf das Gespräch miteinander und auf ihre Zweisamkeit. Nach einem Besuch Schillers im Haus am Frauenplan schreibt Goethe "Schiller .. bringt durch seinen Antheil viel Leben in meine oft stockenden Ideen." Schiller wiederum charakterisiert die Begegnung mit Goethe als das "wohltätigste Ereigniß seines ganzes Lebens" und bekennt in den Herbsttagen 1794 Goethe gegenüber:

".. ich bin Ihnen nahe mit allem, was in mir lebt und denkt." Auch von Goethes Seite klingt es vertraulich "Leben Sie wohl und lieben Sie mich, es ist nicht einseitig."

Sie ermutigen sich gegenseitig und finden im gegenseitigen Bezug aufeinander, im idealtypologischen Bild des andern, Orientierungshilfe. Schiller schöpfte aus der Welt der Idee, Goethe aus ihrer Beobachtung. Schiller, der bis dahin Goethes Vorstellungsart als zu sinnlich empfand - "überhaupt .. betastet er mir zu viel", hatte er einmal gesagt - erkannte nun, dass er in Goethes empirischer Naturphilosophie Anknüpfungspunkte für sein eigenes theoretisches Denken finden konnte. Goethe wiederum bemerkte, dass Schiller nicht nur ein Feuerkopf und gebildeter Kantianer, sondern zugleich ein an Fragen der antiken Ästhetik und Kunstphilosophie interessierter Kenner war, dessen souveränes Urteil seine eigene Arbeit fördern konnte. Gerade der wechselseitige Respekt vor der künstlerischen Leistung des anderen und die Toleranz gegenüber abweichenden Wertsetzungen begründeten ihr persönliches Verhältnis, dem in der Geschichte der deutschen Literatur nichts Vergleichbares zur Seite zu stellen ist.

Dadurch gelingt ihnen auch, wie spätere soziologisch ausgerichtete Wissenschaftler festgestellt haben, die Stabilisierung des Daseins in einer sozial heterogenen Welt und kommen dem klassischen Dichter als einer ganzen, Totalität repräsentierenden Existenz, näher, von dem Schiller sagt, er sei "der einzige wahre Mensch".

In diesem Sinne zeugt ihre Freundschaft nicht nur von Persönlich-Individuellem, von privater Zuneigung, Verbundenheit, vielleicht gar Liebe; sie zeugt ebenso unübersehbar vom Kampf um einen Wirkungsraum für eine allgemein verbindliche literarische Tätigkeit gegen die Ungunst der realen Verhältnisse und ist auf diese Weise paradigmatisch für die Stellung des Schriftstellers im Übergang zur modernen Gesellschaft.

Was aber vor allem wichtig ist: Schiller hilft Goethe, Gefühle durch Gesetze zu berichtigen und Goethe bewahrt Schiller vor den Gefahren der Abstraktion, hilft ihm, die Intuition zu beleben und den Sinn für das Konkrete zu schärfen. Beide sind einer tief greifenden Auseinandersetzung bedürftig, Schiller will der grundsätzlichen Kälte der Einsamkeit des Denkens entrinnen, Goethe seiner Vereinsamung im Denken, da er in Weimar nur noch wenig neue Anregung erhält. Die verschiedenen Wege, die sie bisher gegangen waren, sind deutlich. Hatte Goethe seine Auffassung von Stil und Schönheit, innerer Gesetzlichkeit und Eigenwert der Kunst in der Anschauung klassischer Werke der Antike und ihrer Nachfolger gewonnen, so war Schiller weit mehr durch die Anstrengung theoretischen Nachdenkens zu ähnlichen Ergebnissen gelangt

Schiller ist der kantianisch geschulte Kopf, der in der Transzendentalphilosophie zu Hause ist, und dem Erfahrung weniger bedeutet als die Idee. Goethe dagegen ist der Empiriker, der intuitive Denker, der praktische Naturforscher mit einer erfahrungswissenschaftlichen Perspektive. Seinem intuitiv arbeitenden Verstand sind über die erfahrbare Welt hinausgehende Spekulationen fremd. So ergänzen sich beide und fügen sich wie zwei Hälften zu einem Kreis, wie Goethe später das wechselseitige Verhältnis gedeutet hat.

Sicher ist es Schillers Einfluss zuzuschreiben, dass sich Goethe auf die Strenge der Theorie einließ, wie sich andererseits Schiller in der Nähe des Partners Macht und Bedeutung des Gegenständlichen, Empirischen, "Betastlichen" neu erschlossen hat. "Es ist hohe Zeit, dass ich für eine Weile die philosophische Bude schließe. Das Herz schmachtet nach einem betastlichen Objekt", gestand er am 17.Dezember 1795. Man bedenke, das schrieb jemand, der noch vor wenigen Jahren gemeint hatte, Goethes Vorstellungsart sei "zu sinnlich" und betaste zu viel.

Doch bedeutete das gegenseitige Sichverstehen keineswegs, mit allem einverstanden zu sein, was der andere vortrug. Aber die Bereitschaft, sich auf einen Diskurs einzulassen, der zudem kongenial war, führte auch immer wieder zur klaren Erkenntnis der eigenen Möglichkeiten und erbrachte die fortlaufende kritische Begleitung des künstlerischen Schaffens.

Ihr einzigartiger Briefwechsel war ebenfalls ein fortlaufender Werkstattbericht zweier schöpferischer Menschen, die sich zu ergänzen und voneinander zu lernen suchten. Über tausend Seiten umfasst ihre Korrespondenz, und ihre Gespräche hat niemand gezählt.

Das Nachdenken der Briefschreiber, deren Freundschaft mit dem Rückzug in die Kunst beginnt - Tagespolitik und Zeitläufe bleiben ausgeklammert - richtete sich durchweg auf grundsätzliche und spezielle Fragen der Kunst, vornehmlich der Dichtung. Gemeinsam suchten sie Grundgesetze der Dichtung und ihrer Genres aufzudecken und damit auch die eigene Praxis poetologisch zu fundieren.

Aber auch im ganz persönlichen, privaten Leben standen sie sich bei, halfen einander und sprangen für den anderen ein, wenn einer von ihnen krank oder unpässlich war. Goethe begegnete der Krankheit des zehn Jahre Jüngeren mit Verständnis und Mitgefühl und hat, wie August Schlegel einmal befand, wie ein "zärtlicher Liebhaber", für Schiller gesorgt.

Schiller wiederum erlebte Goethes Schmerzen um den Tod des vierten Kindes im Oktober 1795 unmittelbar mit - Schmerzen, von denen er und seine Frau verschont geblieben sind. Bei (Goethe und Christiane überlebten von vier Kindern nur ihr Sohn August.) Zudem fand Schiller hinter der geheimrätlichen Maske, die Goethe nach der Rückkehr aus Italien oft angelegt hatte, den Mann und Dichter und war wie Grillparzer und manch anderer überwältigt von der Wärme, die dieser Mann ausstrahlen konnte.

Doch sei nicht verschwiegen, dass Schiller gegenüber Goethes "Ehestand ohne Zeremonie" eine konventionelle Haltung an den Tag legte. Über Christiane Vulpius und Goethes Beziehung zu ihr hat Schiller oft spöttische und aus heutiger Sicht unakzeptable Bemerkungen gemacht oder sich eines befremdlichen Totschweigens Christianes befleißigt.

Gemeinsame Arbeit an den "Horen"

Aber wenden wir uns nun ihren gemeinsamen konkreten schriftstellerischen und dichterischen Arbeiten zu. Da waren zunächst die "Horen", deren erste Ausgabe mit 93 Seiten am 15.Januar 1795 erschien. Gerne hätte Schiller in den "Horen", für die er Manuskripte suchte, den "Wilhelm-Meister-Roman" nach und nach erscheinen lassen, aber der war bereits dem Verleger Unger in Berlin versprochen. Daher steuerte Goethe für das neue Unternehmen Prosa ganz anderer Art bei, die "Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten", eine Folge von kleinen Geschichten. "Hätt' es ihm (Schiller) nicht an Manuskripten zu den Horen und Musenalmanachen gefehlt", bekennt Goethe, "ich hätte die Unterhaltungen der Ausgewanderten nicht geschrieben, den Cellini nicht übersetzt, ich hätte die sämtlichen Balladen und Lieder, wie sie die Musenalmanache geben, nicht verfasst, die Elegien wären, wenigstens damals, nicht gedruckt worden, die Xenien hätten nicht gesummt, und im Allgemeinen wie im Besonderen wäre gar manches anders geblieben". schreibt Goethe später im Rückblick an Ch.L.F.Schultz am 10.1.1829. Allerdings konnten sich die "Horen" nur von 1795 bis 1797 halten, da sie nicht die erhoffte Resonanz fanden. Kein Wunder, dass beide auf Publikum und Kritik schlecht zu sprechen waren und auf die Idee kamen, Spottverse nach antikem Muster zu verfassen.

Gemeinsame Arbeit an den Xenien

Knapp 200 Xenien (wörtlich: Gastgeschenke) entstanden in den ersten Januarwochen 1796. Ihren Ärger, ihren Spott ließen beide in den Xenien freien Lauf und bedienten sich dabei der treffsicheren Mittel unbekümmert frecher Satire, Parodie, Karikatur, Ironie und Witz. Zu ihrer beider Natur gehörte offensichtlich auch Humor, gelegentliche Schärfe und ein Schuss Kampfesfreude in geistigen Dingen. "Ein willkommenes Korrektiv zum herkömmlichen Bild der Klassik", merkt Gero von Wilpert in seinem Goethe-Lexikon an. Sie machten Spottverse auf alles und jeden Ihr satirischer Angriff galt in erster Linie der herrschenden kulturellen und literarischen Mittelmäßigkeit. Aber sie übten nicht nur Kritik an Zeiterscheinungen, sondern nahmen auch einzelne Personen ihrer Umwelt aufs Korn, wobei Schiller gelegentlich vor bloßer Wortspielerei und Verballhornung von Namen nicht zurückscheute, so dass Goethe sich mitunter veranlasst sah, mäßigend einzugreifen und Schiller daran zu erinnern, "dass wir bey aller Bitterkeit uns vor kriminellen Inkulpationen hütten."

Gleichwohl hatten die beiden beim Dichten allem Anschein nach viel Spaß. Berichtete doch Goethes Kammerdiener von dröhnendem Gelächter, das nicht selten aus dem Arbeitszimmer drang. Laut Sigrid Damm ist vom Sommer 1796 ein ähnliches Zeugnis von Minna Körner überliefert worden. Charlotte und sie saßen unten in den Jenaer Wohnräumen und "hörten über sich ..die Stimmen der dichtenden Freunde. In kürzeren und längeren Pausen ertönte ein schallendes Gelächter, zuweilen von sehr vernehmlichen Fussstapfen begleitet. Wenn die Herren um 12 Uhr zum Mittagessen herunter kamen, waren sie äußerst aufgeräumt, und sagten mehr als einmal: Heute sind die Philister wieder gründlich geärgert worden!"

Die Xenien waren, wie gesagt, ein gemeinsames Werk von Goethe und Schiller. "Freunde, wie Schiller und ich, jahrelang verbunden, mit gleichen Interessen, in täglicher Berührung und gegenseitigem Austausch, lebten sich ineinander so sehr hinein, dass überhaupt bei einzelnen Gedanken gar nicht die Rede und Frage sein konnte, ob sie dem einen gehörten oder dem anderen", sagte Goethe zu Eckermann am 16.Dezember 1828 und fügte hinzu: "Wir haben viele Distichen gemeinschaftlich gemacht, oft hatte ich den Gedanken und Schiller machte die Verse,, oft war das Umgekehrte der Fall, und oft machte Schiller den einen Vers und ich den anderen."

Als einmal der Herzog von Goethe genau wissen wollte, welche Verse er, Goethe, eigentlich verfasst habe, entgegnete dieser: "Alle, die nicht von Schiller sind." Doch blieb der Xenienkampf, der beiden von einem längst vergessenen Literaturkritiker die Bezeichnung "Sudelköche von Jena und Weimar" einbrachte, nur eine Episode.

Gemeinsame Theaterarbeit

Mit den "Xenien" hatten beide für eine Verbesserung des literarischen Geschmacks gestritten. Nun wollte man die Theaterkunst reformieren, die Weimarer Bühne sollte als Vorbild dienen. Nachdem Schiller mit seiner Familie im Dezember 1799 nach Weimar übergesiedelt war, wurde er Mitarbeiter des Weimarer Theaters. Seit dem "Don Carlos" hatte er kein Theaterstück mehr geschrieben, nun wandte sich wieder dem Theater zu. Goethe und Schiller arbeiteten also auch weiterhin eng zusammen. Sie vertrauten einander ihre Pläne an und besprachen Theaterprojekte. Gegenseitig richteten sie Stücke ihres Partners für die Bühne ein: Goethe Schillers "Fiesko" und "Kabale und Liebe", Schiller Goethes "Iphigenie". Er nahm sich auch Goethes "Schmerzenkindes" Egmont an. Während Schiller am "Wallenstein" arbeitete und dabei von Goethe Rückenwind erhielt, schickte sich dieser an, unter tätiger Mitwirkung Schillers, versteht sich, den "Wilhelm Meister" zu vollenden. Goethe schreibt zu dieser Zeit an "Hermann und Dorothea" und äußert sich zu Schillers Briefen "Über die ästhetische Erziehung des Menschen". Hatte doch gerade Schiller die Reflexion über die Situation und Aufgaben von Kunst und Literatur zum festen Bestandteil gemeinsamer Überlegungen gemacht.

In diesen Jahren verfasste Schiller das Gedicht "An Goethe", als dieser "den Mahomet von Voltaire auf die Bühne brachte".

Die erfolgreiche "Wallenstein-Aufführung" brachte dann auch Goethe richtig in Schwung. Zudem wurde Schiller, als der stets Treibende im Schöpferischen, nicht müde, wenn es sein musste, Goethe anzustacheln. So ließ dieser, im Bund mit Schiller, seiner poetischen und poetologischen Neigung und Schaffenskraft freien Lauf.

"Ich verdanke Schiller die 'Achilleis' und viele meiner Balladen, wozu er mich getrieben", gestand Goethe später und verzeichnete in seinen Tag- und Jahreshefte unter der Jahreszahl 1797: "Ich schrieb den 'Neuen Pausias' und die 'Metamorphose der Pflanzen' in elegischer Form, Schiller wetteiferte, indem er seinen 'Taucher' gab. Im eigentlichen Sinne hielten wir Tag und Nacht keine Ruhe; Schillern besuchte der Schlaf erst gegen Morgen; Leidenschaften aller Art waren in Bewegung; durch die 'Xenien' hatten wir ganz Deutschland aufgeregt, jedermann schalt und lachte zugleich. Die Verletzten suchten uns auch etwas Unangenehmes zu erweisen, alle unsere Gegenwirkung bestand in unermüdet fortgesetzter Tätigkeit..."

Wilhelm von Schlegel erzählte einmal folgende Anekdote: "Goethe behandelte den kränklichen, oft launischen Dichter wie ein zärtlicher Liebhaber, tat ihm alles zu Gefallen, schonte ihn und sorgte für die Aufführung seiner Trauerspiele. Doch manchmal brach Goethes kräftige Natur durch, und einmal, als eben 'Maria Stuart' bei Schiller besprochen war, rief Goethe beim Nachhausegehen: 'Mich soll nur wundern, was das Publikum sagen wird, wenn die beiden Huren zusammenkommen und sich ihre Aventüren vorwerfen!" In rascher Abfolge entstanden von 1800 bis 1804 die Theaterstücke "Maria Stuart", "Die Jungfrau von Orleans", "Die Braut von Messina" und "Wilhelm Tell" neben unzähligen Gedichten und Balladen. In dieser Zeit - Literaturhistoriker bezeichnen sie als die "Geburtsstunde der deutschen Klassik" - schufen Goethe und Schiller eine Fülle poetischer Werke, die es ohne das freundschaftliche Zusammenwirken der beiden Dichter nie gegeben hätte. Martin Walser meinte einmal: "Wäre das zwischen denen noch lange so gelaufen wie in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre, dann wäre es ratsam gewesen, Goethe und Schiller nach der Art der Marx/Engels-Ausgabe herauszugeben".

Die großen Inszenierungen während der Zusammenarbeit zwischen Goethe und Schiller haben Theatergeschichte gemacht. Die Inszenierung des "Wilhelm Tell" an der Weimarer Bühne war dann die letzte gemeinsame Arbeit der Freunde. Das letzte große Drama "Demetrius" ist Fragment geblieben. Goethe wollte es nach Schillers Tod vollenden, doch scheiterte er daran.

Schillers Tod

Am 1.Mai 1805 kam es zur letzten flüchtigen Begegnung mit Goethe. Vier Tage später war Schiller tot. Er starb am 9. Mai 1805 infolge eines schweren Rückfalls seiner ein Jahr zuvor erneut ausgebrochenen Krankheit.

Als Schiller im Mai 1805 starb, musste auch um Goethes Gesundheit gebangt werden. Noch einen Monat vor seinem eigenen Tod hatte sich Schiller in einem Brief an den gemeinsamen Freund Wilhelm von Humboldt besorgt über den Zustand Goethes geäußert, der den Winter über unter Nierenkoliken und einer Infektion der Atemwege gelitten hatte.

Niemand wagte dem im Mai noch Kränkelnden die Todesnahricht zu sagen. Man wusste, wie sie ihn treffen würde, der "um aufrecht zu bleiben, aller eigenen Kraft" bedurfte. "Erst am nächsten Morgen erfuhr er, der abends Verwirrung in seiner Umgebung bemerkt hatte, von Christiane die schreckliche Wahrheit. Er fragte sie: 'Nicht wahr, Schiller war gestern sehr krank?' Der Nachdruck, den er auf das 'sehr' legt, wirkt so heftig auf jene, dass sie sich nicht länger halten kann. Statt ihm zu antworten, fängt sie laut an zu schluchzen. 'Er ist tot?' fragt Goethe mit Festigkeit. 'Sie haben es selbst ausgesprochen!' antwortet sie. 'Er ist tot', wiederholt Goethe noch einmal, wendet sich seitwärts, bedeckt die Augen mit den Händen und weint, ohne eine Silbe zu sagen."

So berichtet es Heinrich Voß, der Sohn des alten Johann Heinrich, der seit dem vorigen Jahr viel bei Goethe war. Riemer wusste nur, dass Goethe sich mit seinem Schmerz eingeschlossen und niemanden zu sich gelassen habe. "Zeugen desselben waren keine".

Schillers Tod bedeutete zweifellos eine tiefe Zäsur in Goethes Leben. "Durch Schillers Tod wurde Goethe alt", merkt Norbert Oellers in dem von ihm mit herausgegebenen Sammelband "Treffpunkt Weimar" an.

In "Tag- und Jahreshefte" zeichnet Goethe unter dem Jahr 1805 aus seiner Sicht die Ereignisse auf: durch Krankheit waren "unsere persönlichen Zusammenkünfte ..unterbrochen; wir wechselten fliegende Blätter. Einige im Februar und März von ihm geschriebene zeugen noch seinen Leiden, von Tätigkeit, Ergebung und immer mehr schwindender Hoffnung. Anfang Mai wagt' ich mich aus, ich fand ihn im Begriff, ins Schauspiel zu gehen, wovon ich ihn nicht abhalten wollte: ein Missbehagen hinderte mich, ihn zu begleiten, und so schieden wir vor seiner Haustüre, um uns niemals wieder zu sehen. Bei dem Zustande meines Körpers und Geistes, die um aufrecht zu bleiben, aller eigenen Kraft bedurften, wagte niemand die Nachricht von seinem Scheiden in meine Einsamkeit zu bringen. Er war am Neunten verschieden, und ich nun von allen meinen Übeln doppelt und dreifach angefallen. Als ich mich ermannt hatte, blickt' ich nach einer entscheidenen großen Tätigkeit umher; mein erster Gedanke war, den 'Demetrius' zu vollenden.."

Wenige Wochen nach Schillers Tod sagte Goethe, er habe durch den Verlust des Freundes "die Hälfte seines Daseins verloren "und schrieb die Verse: "Seine durchwachten Nächte/ Haben unsere Tage gehellt." Gegenüber dem Philologen Bernhard Rudolf Abeken bricht es aus Goethe im August 1805 heraus: "Ich kann, ich kann den Menschen (Schiller) nicht vergessen".

Unter "letzte Kunstausstellung" schrieb er, "die Weimarischen Kunstfreunde, da sie Schiller verlassen hat, sehen einer großen Einsamkeit entgegen." Ferner blickte er in einem zehnstrophigen "Epilog zu Schillers Glocke", das allerdings erst sehr viel später entstand, auf Persönlichkeit und Werk des großen Verstorbenen zurück."Denn er war unser!"

Man hatte Schiller auf dem alten St.Jakobsfriedhof beigesetzt. 1826 wurde die Beisetzungsstätte aufgehoben. Man suchte die Knochen Schillers zusammen und bewahrte sie ab 17.September 1826 im Sockel der Schillerbüste von Dannecker in der Bibliothek auf. Eine Zeitlang befand sich Schillers Schädel in Goethes Haus. In diesen Tagen schuf er das Terzinengedicht "Im ernsten Beinhaus war's.." Es schließt mit Goethes Bekenntnis.

"Was kann der Mensch im Leben mehr gewinnen,

Als dass sich Gott-Natur ihm offenbare?

Wie sie das Feste läßt zu Geist verrinnen,

Wie sie das Geisterzeugte fest bewahre."

Schillers Gebeine wurden im folgenden Jahr in der Fürstengruft auf dem neuen Friedhof, beigesetzt, wo Goethe viele Jahre später ebenfalls seine letzte Ruhe fand, nachdem auch der Großherzog Karl August gestorben und dort beigesetzt war.

Der alte Goethe über seinen Freund

Als Goethe 1828 bei Cotta in Tübingen seinen Briefwechsel mit Schiller veröffentlichte, gewährte er in ihre Freundschaft einen tiefen Einblick und lieferte auch wichtige Dokumente zu Schillers Leben und die entscheidenden Materialien zum Verständnis der Weimarer Klassik. Während er mit dieser Arbeit beschäftigt war, teilte er Zelter am 30.10.1824 mit "..redigiere meine Korrespondenz mit Schiller von 1794 - 1805. Es wird eine große Gabe sein, die den Deutschen, ja ich darf wohl sagen, den Menschen geboten wird. Zwei Freunde der Art, sie sich immer wechselseitig steigern, indem sie sich augenblicklich expektorieren. Mir ist dabei wunderlich zu Mute, denn ich erfahre, was ich einmal war."

(Nebenbei bemerkt: 1830 veröffentlichte Schillers Schwägerin Caroline von Wolzogen ebenfalls bei Cotta die erste, auf zwei Bände angelegte materialreiche Biographie über Schiller. Im selben Jahr gab Wilhelm von Humboldt seinen Briefwechsel mit Schiller heraus. Auch Schillers längste, zwanzig Jahre dauernde Freundschaft mit Körner hat sich in einem umfangreichen Briefwechsel niedergeschlagen, der 1847 publiziert wurde.)

Im hohen Alter, viele Jahre nach dem Tod des Weggenossen der Jahre 1794 bis 1805, hat Goethe verschiedentlich vor aller ffentlichkeit die Bedeutung der freundschaftlichen Zeit mit Schiller gewürdigt. "Schillers Anziehungskraft war groß, der hielt alle fest, die sich ihm näherten." Immer wieder griff er auf miteinander diskutierte Gedanken in seinen späteren Werken zurück und gab zu verstehen, dass die Anregungen, die er Schiller verdankte, noch lange nachgewirkt haben.

Auch in seinen Gesprächen mit Eckermann kam Goethe immer wieder auf Schiller zu sprechen.

So heißt es unter dem 14.11.1823: Schiller "musste über jedes, was er tat, reflektieren, woher es auch kam, dass er über seine poetischen Vorsätze nicht unterlassen konnte sehr viel hin und her zu reden, so dass er alle seine späteren Stücke Szene für Szene mit mir durchgesprochen hat. Dagegen war es ganz gegen meine Natur, über das, was ich von poetischen Plänen vorhatte, mit irgend jemand zu reden, selbst nicht mit Schiller." Doch hören wir ihm weiter zu, was Eckermann über Goethes Gespräche zu berichten hat:

4.1.1824: "Man beliebt einmal, erwiderte Goethe, mich nicht so sehen zu wollen, wie ich bin, und wendet die Blicke von allem hinweg, was mich in meinem wahren Lichte zeigen könnte. Dagegen hat Schiller, der, unter uns, weit mehr ein Aristokrat war als ich, der aber weit mehr bedachte, was er sagte, als ich, das merkwürdige Glück, als besonderer Freund des Volkes zu gelten. Ich gönne es ihm von Herzen und tröste mich damit, dass es anderen vor mir nicht besser gegangen."

18.1.1825: "Schillers Talent war recht fürs Theater geschaffen. Mit jedem Schritt schritt er vor und ward vollendeter; doch war es wunderlich, dass ihm noch von den 'Räubern' her ein gewisser Sinn für das Grausame anklebte, der selbst in seiner schönsten Zeit ihn nie ganz verlassen wollte. So erinnere ich mich noch recht wohl, dass er im 'Egmont' in der Gefängnisszene, wo diesem das Urteil vorgelesen wird, den Alba in einer Maske und in einen Mantel gehüllt im Hintergrunde erschienen ließ, um sich an dem Effekt zu weiden, den das Todesurteil auf Egmont haben würde. Hierdurch sollte sich der Alba als unersättlich in Rache und Schadenfreude darstellen. Ich protestierte jedoch, und die Figur blieb weg. Er war ein wunderlicher großer Mensch."

Und in "glückliches Ereignis" äußert sich Goethe wie folgt über Schiller:

"Ferneres in bezug auf mein Verhältnis zu Schiller. Jeder Mensch in seiner Beschränktheit muss sich nach und nach eine Methode bilden, um nur zu leben. Er lernt sich allmählich kennen.. Selten ist es aber, dass Personen gleichsam die Hälften von einander ausmachen, sich nicht abstoßen, sondern sich anschließen und einander ergänzen..

Nun ist aber zu bedenken, dass ich so wenig als Schiller einer vollendeten Reife genoss, wie sie der Mann wohl wünschen sollte; deshalb denn zu der Differenz unserer Individualitäten die Gärung sich gesellte, die ein jeder mit sich selbst zu verarbeiten hatte, weswegen große Liebe und Zutrauen, Bedürfnis und Treue im hohen Grade gefordert wurden, um ein freundschaftliches Verhältnis ohne Störung immerfort zusammen wirken zu lassen."

Goethe zu Eckermann 12.3.1825: Nun streitet sich das Publikum seit zwanziger Jahren, wer größer sei: Schiller oder ich, und sie sollten sich freuen, dass überall ein paar Kerle da sind, worüber sie streiten können."

Am 11.April 1827: "Dagegen war mein Verhältnis mit Schiller so einzig, weil wir das herrlichste Bindungsmittel in unsern gemeinsamen Bestrebungen fanden und es für uns keiner sogenannten besonderen Freundschaft weiter bedurfte."

Folgende Geschichte gab Goethe am 26.September 1827 zum Besten: "Wir waren, wie gesagt und wie wir alle wissen, bei aller Gleichheit unserer Richtungen, Naturen sehr verschiedener Art, und zwar nicht bloß in geistigen Dingen, sondern auch in physischen. Eine Luft, die Schillern wohltätig war, wirkte auf mich wie Gift. Ich besuchte ihn eines Tages und da ich ihn nicht zu Hause fand und seine Frau mir sagte, dass er bald zurückkommen würde, so setzte ich mich an seinen Arbeitstisch, um mir dieses und jenes zu notieren. Ich hatte aber nicht lange gesessen, als ich von einem heimlichen Übelbefinden mich überschlichen fühlte, welches sich nach und nach steigerte, so dass ich endlich einer Ohnmacht nahe war. Ich wusste anfänglich nicht, welcher Ursache ich diesen elenden, mir ganz ungewöhnlichen Zustand zuschreiben sollte, bis ich endlich bemerkte, dass aus einer Schieblade neben mir ein sehr fataler Geruch strömte. Als ich öffnete, fand ich zu meinem Erstaunen, dass sie voll fauler Äpfel war. Ich trat sogleich an ein Fenster und schöpfte frische Luft, worauf ich mich denn augenblicklich wiederhergestellt fühlte. Indes war seine Frau wieder hereingetreten, die mir sagte, dass die Schieblade immer mit faulen Äpfeln gefüllt sein müsse, indem dieser Geruch Schiller wohltue und er ohne ihn nicht leben und arbeiten könne."

7.10.1827: "Ein Glück war es indes", fuhr Goethe fort, "dass ich Schillern hatte. Denn so verschieden unsere beiderseitigen Naturen auch waren, so gingen doch unsere Richtungen auf eins, welches denn unser Verhältnis so innig machte, dass im Grunde keiner ohne den anderen leben konnte."

18.11.1827:"Durch alle Werke Schillers", fuhr Goethe fort, "geht die Idee von Freiheit, und diese Idee nahm eine andere Gestalt an, sowie Schiller in seiner Kultur weiter ging und selbst ein anderer wurde. In seiner Jugend war es die physische Freiheit, die ihm zu schaffen machte und die in seine Dichtungen überging; in seinem späteren Leben die ideelle."

11.9.1828: "Als nun Goethe heute bei Tisch von den mannigfaltigen Geschenken erzählte, die ihm zu seinem Geburtstag nach Dornbusch gesendet worden, fragte ich ihn, was das Paket von Abeken (Hauslehrer der Schillerschen Kinder) enthalten.

'Es war eine merkwürdige Sendung', sagte Goethe, 'die mir viel Freude gemacht hat. Ein liebenswürdiges Frauenzimmer, bei Schiller den Tee getrunken, hat die Artigkeit gehabt, seine Äußerungen niederzuschreiben. Sie hat alles sehr hübsch aufgefasst und treu wiedergegeben, und das liest sich nun nach so langer Zeit gar gut, indem man dadurch unmittelbar in einen Zustand versetzt wird, der mit tausend anderen bedeutenden vorübergegangen ist, in diesem Fall aber glücklicherweise in seiner Lebendigkeit auf dem Papiere gefesselt worden. Schiller scheint hier, wie immer im absoluten Besitz seiner erhabenen Natur; er ist groß am Teetisch, wie er es im Staatsrat gewesen sein würde. Nichts geniert ihn, nichts engt ihn ein, nichts zieht den Flug seiner Gedanken herab; was in ihm von großen Ansichten lebt, geht immer frei heraus ohne Rücksicht und ohne Bedenken. Das war ein rechter Mensch, und so sollte man auch sein!"

Eckermann notiert unter dem Datum 24.März 1829: "So waltete bei meiner Bekanntschaft mit Schiller durchaus etwas Dämonisches ob; wir konnten früher, wir konnten später zusammengeführt werden; aber dass wir gerade in der Epoche wurden, wo ich die italienische Reise hinter mir hatte und Schiller der philosophischen Spekulationen müde zu werden anfing, war von Bedeutung und für beide von größtem Erfolg."

14.März 1830: "Hier kommt Goethe nochmals auf die Balladen zu sprechen, die während seiner Freundschaft mit Schiller entstanden sind: 'Ich verdanke sie größtenteils Schillern, der mich dazu trieb, weil er immer etwas Neues für seine 'Horen' brauchte. Ich hatte sie schon seit vielen Jahren im Kopf, sie beschäftigten meinen Geist als anmutige Bilder, als schöne Träume, die kamen und gingen und womit die Phantasie mich spielend beglückte'."

Am 25.Mai 1831 sprachen Goethe und Eckermann über "Wallensteins Lager", denn Eckermann hatte gehört, dass Goethe an diesem Stück teilgehabt und dass besonders die Kapuzinerpredigt von ihm herrühre.

"Im Grunde, sagte er, ist alles Schillers eigene Arbeit. Da wir jedoch in so engem Verhältnis miteinander lebten und Schiller mir nicht allein den Plan mitteilte und mit mir durchsprach, sondern auch die Ausführung, so wie sie täglich heranwuchs, kommunizierte und meine Bemerkungen hörte und nutzte, so mag ich wohl daran einigen Teil haben. Zu der Kapuzinerpredigt schickte ich ihm die Reden des Abraham a Santa Clara, woraus er sogleich eine Predigt mit großem Geiste zusammenstellte."

Auch an anderen Stellen kommt Goethe häufig auf seine Freundschaft mit Schiller zu sprechen, zum Beispiel in seinem Aufsatz "Zur Naturwissenschaft im Allgemeinen".

"Unsere Gespräche", schreibt er hier, "waren durchaus produktiv oder theoretisch, gewöhnlich beides zugleich: er predigte das Evangelium der Freiheit, ich wollte die Rechte der Natur nicht verkürzt wissen. Aus freundschaftlicher Neigung gegen mich, vielleicht mehr aus eigner Überzeugung, behandelte er in den ästhetischen Briefen die gute Mutter nicht mit jenen harten Ausdrücken, die mir den Aufsatz über 'Anmut und Würde' so verhasst gemacht hatten."

In seinen Tag- und Jahresheften heißt es unter dem Jahr 1794: "Noch war der Zwiespalt, den das wissenschaftliche Bemühen in mein Dasein gebracht, keineswegs ausgeglichen: denn die Art, wie ich die Naturerfahrungen behandelte, schien die übrigen Seelenkräfte sämtlich für sich zu fordern. In diesem Drange des Widerstreits übertraf alle meine Wünsche und Hoffnungen das auf einmal sich entwickelnde Verhältnis zu Schiller, das ich zu den höchsten zählen kann, die mir das Glück in späteren Jahren bereitete; von der ersten Annäherung an war es ein unaufhaltsames Fortschreiten philosophischer Ausbildung und ästhetischer Tätigkeit. Zum Behuf seiner "Horen" musste ihm sehr angelegen sein, was ich im stillen gearbeitet, angefangen, unternommen, sämtlich zu kennen, neu anzuregen und zu benutzen; für mich war es ein neuer Frühling, in welchem alles froh nebeneinander keimte und aus aufgeschlossenen Samen und Zweigen hervorging. Die nunmehr gesammelten und geordneten Briefe geben davon das unmittelbarste, reinste und vollständigste Zeugnis."

In seiner "Geschichte der Farbenlehre" spricht Goethe von "meinem unersetzlichen Schiller" und notiert "..wenn ich manchmal auf meinem beschaulichen Wege zögerte, nötigte er mich durch seine reflektierende Kraft vortwärtszueilen, und riss mich gleichsam an das Ziel, wohin ich strebte."

Zu K.F.Reinhard sagte Goethe am 30.5./10.7.1807: "Mir machte dieser Aufsatz (Schillers 'Über naive und sentimentalische Dichtung') große Freude und ich erkannte, dass auch ich durch mein Zeitalter und meine Ausbildung zur modernen Poesie gehöre."

Der Weimarer Jurist Carl Friedrich Anton Conta berichtet über Goethe am 26.Mai 1820: "Im Mai 1820 war ich so glücklich, in Karlsbad mehrere Wochen im täglichen Umgang mit Goethe zu verleben. Goethe war von der heitersten Laune, er sprach gern und viel von seinen früheren Verhältnissen, am liebsten von seinem Freunde Schiller. von dem er sagte: 'Wenn ich ihn nur drei Tage nicht gesehen hatte, so kannte ich ihn nicht mehr; so riesenhaft waren die Fortschritte, die er in seiner Vervollkommnung machte.' ... Höchst anziehend war mir, was er von der verschiedenen Art zu sein und zu arbeiten von sich und Schiller sagt. Er wartet stets die Neigung ab, lauscht auf Eingebung - Schiller, die Freiheit des Willens verteidigend, nahm sich die Arbeiten vor, gab sie sich auf und zwang sich zur Begeisterung. Das aber hat ihn auch allzu früh aufgerieben. Schiller wäre nach Goethes Behauptung noch unendlich höher gestiegen, hätte er länger gelebt. Goethe geriet in Begeisterung, wie er von seinem Freunde sprach - unsäglich viel hätte er in ihm verloren.

Von Schillers frühem Tod sprechend, sagte er: Man hat mich vielfältig getadelt, dass ich nicht auf unserm Theater, wie es andernwärts geschah, eine Totenfeier veranstaltete. Wie konnte ich das? Ich war vernichtet!' "

Gegenüber J.S.Grüner bedauerte der Dichterfürst am 19.8.1822: "Ich bedaure nur, dass ich mit einem solchen Manne, der so etwas (Geschichte des Dreißigjährigen Krieges) schreiben konnte, einige Zeit im Missverständnisse leben konnte. Schiller wohnte drei Häuser von mir, und wir besuchten uns nicht, weil ich, von Italien zurückkommend, vorwärtsgedrungen war und die durch Schiller veranlassten Räubergeschichten nicht ertragen konnte."

Gegenüber Jacobi bekannte er: "Mit Schiller, dessen Charakter und Wesen dem meinigen völlig entgegenstand, hatte ich mehrere Jahre ununterbrochen gelebt, und unser wechselseitiger Einfluss hatte dergestalt gewirkt, dass wir uns auch da verstanden, wo wir nicht einig waren. Jeder hielt alsdann fest zu seiner Persönlichkeit, solange, bis wir uns wieder gemeinschaftlich zu irgend einem Denken und Tun vereinigen konnten."

Unterschiedliche Beurteilung ihrer Freundschaft

Die Freundschaft zwischen Goethe und Schiller, über die schon etliche Bücher geschrieben wurden, hat beide zusammen auf den Sockel des Weimarer Denkmals gehoben. Sie ist oft idealisiert und heroisiert, aber auch herabgewürdigt worden. Schon August Wilhelm Schlegel sah in ihr lediglich eine Wiederholung des Verhältnisses von Faust und Wagner. Klar, wo Mythen aufgebaut werden, lassen die Mythenzertrümmerer nicht auf sich warten. Gerade in neuerer Zeit wurde die positive Sicht in Frage gestellt und die Echtheit der Freundschaft zwischen Goethe und Schiller angezweifelt, als könne es im literarischen Leben und erst recht zwischen solch grundverschiedenen Geistern kein so herzliches Verhältnis gegeben haben, wie es nach den Zeugnissen angenommen werden kann. Die Partnerschaft, glauben Skeptiker, habe höchstens auf einem gegenseitigen Missverständnis beruht. Schon zu Goethes und Schillers Zeit hat ihre Umwelt sehr darauf geachtet, ob sich nicht doch gelegentlich ein Riss im Freundschaftsbund dieser beiden Großen zeigen würde. Hans Pyritz empfahl 1950, "Abschied zu nehmen von jenem harmlos-idyllischen Begriff der klassischen Zwillinge, der Dioskuren von Weimar, wie sie das biedermeierliche Bürgertum des 19. Jahrhunderts sich dachte und wie sie Rietschels Doppelstandbild vor dem Weimarer Theater verewigte". Während die einen mit der Biedermeier-Idylle gleich die ganze Freundschaft über Bord warfen, funktionierten sie andere zu einem kulturimperialistischen Kartell um, wie etwa Georg Lukcs, der die Freundschaft der beiden Dichter nicht aus einem persönlich privaten Beziehungsgeflecht erklärte, sondern als eine Gemeinsamkeit grundlegender ökonomisch-politischen Auffassungen und Ziele. Für Benno von Wiese wiederum gehört diese Freundschaft trotz aller Vorurteile zu den "geheimnisvollen Vorgängen der Geistesgeschichte ..., wo auch unserer Kritik der wechselseitigen Vor-Urteile zwischen Goethe und Schiller eine Grenze vorgezeichnet ist, die zu überschreiten die Ehrfurcht verbietet".

Wie dem auch sei, hält man sich an die überlieferten schriftlichen Aussagen von Schiller und insbesondere an die des alt gewordenen Goethe, der noch im hohen Alter nicht müde wurde, seines Freundes Friedrich Schiller zu gedenken und von ihm zu erzählen (wem die oben angefügten Zitate nicht genügen, lese nur Eckermanns "Gespräche mit Goethe" in ihrer Gesamtheit und Goethes Briefe an Carl Friedrich Zelter), dann war diese Freundschaft ganz gewiss, wie jüngst Rüdiger Safranski in seinem grandiosen Schillerbuch festgestellt hat, ein "Glücksfall und Glanzpunkt der deutschen Kulturgeschichte".

Bibliographie:

Der Beitrag erschien in gekürzter Fassung in der Wochenzeitung "Das Parlament" Nr. 13/14 vom 29.März/4.April 2005 unter der Überschrift:

"Als Schiller starb, wurde Goethe alt- die Freundschaft zwischen den Dichtern

"Ein jeder konnte dem anderen etwas geben".


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