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Gemeinsame Arbeit an den "Horen"

Aber wenden wir uns nun ihren gemeinsamen konkreten schriftstellerischen und dichterischen Arbeiten zu. Da waren zunächst die "Horen", deren erste Ausgabe mit 93 Seiten am 15.Januar 1795 erschien. Gerne hätte Schiller in den "Horen", für die er Manuskripte suchte, den "Wilhelm-Meister-Roman" nach und nach erscheinen lassen, aber der war bereits dem Verleger Unger in Berlin versprochen. Daher steuerte Goethe für das neue Unternehmen Prosa ganz anderer Art bei, die "Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten", eine Folge von kleinen Geschichten. "Hätt' es ihm (Schiller) nicht an Manuskripten zu den Horen und Musenalmanachen gefehlt", bekennt Goethe, "ich hätte die Unterhaltungen der Ausgewanderten nicht geschrieben, den Cellini nicht übersetzt, ich hätte die sämtlichen Balladen und Lieder, wie sie die Musenalmanache geben, nicht verfasst, die Elegien wären, wenigstens damals, nicht gedruckt worden, die Xenien hätten nicht gesummt, und im Allgemeinen wie im Besonderen wäre gar manches anders geblieben". schreibt Goethe später im Rückblick an Ch.L.F.Schultz am 10.1.1829. Allerdings konnten sich die "Horen" nur von 1795 bis 1797 halten, da sie nicht die erhoffte Resonanz fanden. Kein Wunder, dass beide auf Publikum und Kritik schlecht zu sprechen waren und auf die Idee kamen, Spottverse nach antikem Muster zu verfassen.


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