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Warum legt Gott Satan nicht das Handwerk?

Warum muss der Mensch leiden und sterben?

Die Hiobsfrage ist immer noch virulent

Seit Hiobs Tagen gehören Leid, Katastrophen, Krankheit und Tod zu den Erfahrungen, die Menschen immer wieder fragen lassen: Wie kann Gott diese Übel zulassen? Warum müssen selbst Kinder und Unschuldige leiden? Wenn aber Schmerz und unheilbare Krankheit den Grübelnden selbst heimsuchen, dann heißt es fast immer: Warum trifft es ausgerechnet mich? Diese seit Hiob oft quälende und vergebliche Suche nach dem Warum von Leid und Tod ist trotz Aufklärung und Mündigkeit bis heute aktuell und virulent geblieben.

Wer aber war Hiob, der wegen der offensichtlichen Grundlosigkeit seiner Leiden gegen Gott protestierte und seitdem durch die jüdisch christliche Geschichte geistert? Was hat er erlebt? Was ist ihm widerfahren? Hiob, so erzählt die Bibel, war ein rechtschaffener und frommer Mann, der das Böse gemieden und Gott treu gedient hat. Was Jahrhunderte nach ihm ein Königsberger Philosoph in seinem kategorischen Imperativ zur Maxime eines aufgeklärten Ethos erhob, hat Hiob schon gelebt. Ausgerechnet er wird zum Gegenstand eines Experiments zwischen Gott und Teufel. Letzterer wettet, dass Hiob nur deshalb fromm sei, weil es ihm gut gehe. Gott verhängt daraufhin über Hiob eine Reihe grausamer Prüfungen, zu denen auch der Verlust seiner Kinder gehört. Hiob leidet - ohne Schuld. Gleichwohl besteht er den Anfang der Probe noch mit Bravour und kommentiert sein Unglück mit den lapidaren Worten: "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, der Name des Herrn sei gelobt." Als dann allerdings die Schicksalsschläge nicht abreißen und Hiob schließlich, von Geschwüren zerfressen, auf dem Scherbenhaufen seines Lebens sitzt, begehrt er auf und klagt Gott an. Gott weist ihn zurecht und konfrontiert ihn mit seiner Schöpfergröße: "Wer bist du, dass du meinen Plan anzweifelst und von Dingen redest, die du nicht verstehst? Wo warst du denn, als ich die Erde machte?" Warum, so fragt man sich, weicht Gott aus und beantwortet Hiobs bohrende Fragen nicht? Wie aber reagiert Hiob auf den versteckten Hinweis, dass er gar nicht in der Lage sei, Gottes Größe und Kreativität zu ermessen? Hat er verstanden, dass er Gott in der Schöpfung wahrnehmen kann, dass wer sein Leid immerzu beklagt, aus seinem Jammern herausgeschüttelt werden soll, dass die Welt nicht heil, sondern voller Widersprüche ist, und dass Gott die Frage nach dem Sinn oder der Notwendigkeit seines Leidens nicht beantworten will, weil solche Frage als Schlüssel zur Welterfassung nicht taugt? Wie dem auch sei, Hiob gibt klein bei und unterwirft sich Gott - aus Einsicht oder aus Resignation? Bekanntlich wurde er bald danach reichlich entschädigt und erhielt das Doppelte von dem zurück, was er verloren hatte. Am Ende stirbt Hiob "alt und satt an Tagen". Wurden sein Verzicht auf die Beantwortung seiner Fragen und sein blinder Gehorsam Gott gegenüber auf diese Weise belohnt? Ist das "die Moral von der Geschicht'"?

Immerhin - die toten Hiobskinder wurden nicht wieder lebendig. Mussten sie sterben, nur damit Gott seine Macht dem Satan beweisen kann? Psychologisch leuchtet die Geschichte, wie sie in der Bibel erzählt wird, nicht recht ein.

Erstaunlich jedoch ist, dass Hiob trotz allen Ungemachs und aller Willkür, die ihm scheinbar widerfuhren - denn er wusste ja nichts von der Wette zwischen Gott und Satan - von Gott nicht loskam. Vielleicht ist ihm durch seine Gotteserfahrung, die zugleich eine Grenzerfahrung war, tatsächlich bewusst geworden, dass der Schöpfer vielgesichtig ist und der Mensch nicht über letzte Einsichten verfügt, und daher für ihn die Spannung von Sinnhaftigkeit und Sinnlosigkeit, von Ungerechtigkeit und Gerechtigkeit nicht auflösbar ist. Hiob konnte offenbar mit dieser Spannung leben, weil er sie in seine Gotteserfahrung integriert hat und weil es ihm hernach wieder gut ging. Doch können wir mit ihr leben? Zumindest wissen wir seit Hiob, dass Glück und Unglück häufig unverdient sind - straft doch die Realität die Theorie vom folgerichtigen Tun und Ergehen oft genug Lügen - und dass nur im Märchen die Guten belohnt und die Bösen bestraft werden. Häufig sehen wir nur, dass Fromme leiden und Ungerechte ein sorgenfreies Leben genießen. Schon der Prophet Jeremias rief verbittert aus: "Warum ist der Frevler Weg erfolgsgesegnet?" Offensichtlich hat keiner ein Recht auf Wohlergehen. Freilich taucht die Frage: Verdienen wir unser Unglück? Verdienen wir unser Glück? oft erst im Unglück auf. Wer erfolgreich ist, glaubt gern, dass es ihm zukommt.

Die Gleichung vom frommen Gehorsam und Glück stimmt nicht

Hiob war ein Mensch, dem das Schicksal mit harten Streichen bewiesen hatte, dass die Gleichung von frommem Gehorsam und Glück nicht stimmt. Hiobs geheime Frage: Wie kann man glücklich werden, wenn einem der Gehorsam gegen Gott nicht angerechnet wird, lebt weiter. Denn wenn man trotz der strengsten Erfüllung aller Gebote, die der Herr erlassen hat, unglücklich werden kann - dann ist man eben nicht in jedem Falle seines Glückes Schmied. Im christlichen Mittelalter und in verschiedenen anderen Religionen wurde und wird die Einlösung des Versprechens auf Belohnung oder Bestrafung in die kommende Welt verlagert. Dieser Aufschub ermöglicht es dem Gerechten und Frommen, sein Leid zu ertragen, und dem Frevler, die Gebote zu missachten. Trotzdem fragt sich auch ein Gläubiger wie der katholische Theologe und Philosoph Romano Guardini und mit ihm viele andere aus der jüdischchristlichen Tradition: Warum benötigt Gott zum Heil die fürchterlichen Umwege, das Leid der Unschuldigen und die Schuld? Bei Hiob kennen wir die Ursache seines Unglücks. Was für ihn unbegreiflich war, ist für uns, die wir das Buch lesen, problemlos zu verstehen. Wir wissen, weshalb der Mann mit Zerstörung, Krankheit und dem Verlust seiner Kinder gestraft wurde. Dafür plagt uns die Frage: Warum hat sich Gott auf die Provokation des Satans überhaupt ein- und die Prüfungen Hiobs zugelassen? Warum machte er Hiob zum Gegenstand einer Wette? Hiob wurde schlicht und ergreifend, sagen Spötter wie der israelische Journalist Meir Shalev, als Versuchskaninchen missbraucht. Zudem sei dies nicht das erste wissenschaftliche Experiment von Gott gewesen. Abraham habe er ebenfalls auf die Probe gestellt, als er ihm befahl, seinen Sohn Isaak zu opfern. Aber bei allem, was sonst auf Erden geschieht, fehlt uns oft das Hintergrundwissen. Manches Geheimnis um Leid und Unglück werden auch wir bei allem wissenschaftlichen Fortschritt und analytischem Scharfsinn niemals lüften.

Shalev schließt seine ironische Betrachtung mit der Feststellung, dass sich Hiob mit einer unzulänglichen Antwort zufriedengeben musste."Wir jedoch, die wir überzeugt sind, dass Gottes Antwort von einem Sterblichen verfasst wurde, nehmen hiermit die Gelegenheit wahr, an Gott eine Empfehlung auszusprechen:Beim nächsten Mal sollte er qualifiziertere Redenschreiber engagieren als die, die ihre dürftigen Fähigkeiten im Buch Hiob ausgetobt haben."

Und Adolf Holl in "Wo Gott wohnt", schließt seine Betrachtung zu Hiob mit:

"Der Gelähmte im Rollstuhl wird vielleicht folgende Frage stellen:Wie komme ausgerechnet ich dazu, ein theologisches Versuchskaninchen zu sein? Das ist eine gute Frage. Eine Antwort darauf gibt es nicht.

Warum schafft Gott die Leiden nicht ab? Weil er dann die ganze Welt zerstören und eine bessere schaffen müsste. Warum tut er das nicht? Das weiß nicht."

Unterschiedliche Hiob-Interpretationen

Im Mittelalter sah man in Hiob nur den demütigen Dulder und übersah dabei völlig seine, wenn auch nur kurzfristige Auflehnung gegen Gottes Weltordnung. Daher galt Hiob lange Zeit als ein Exempel für den sich in Gottes unerforschlichen Ratschluss fügenden Menschen. Die Hiobsgeduld wurde genauso sprichwörtlich wie die Bezeichnung Hiobsbotschaft und Hiobspost für Unglücksnachrichten. Die Romantik betonte dagegen Hiobs rebellische Seite, ebenso wie in unserer Zeit Ernst Bloch, der vor allem jenen Hiob im Sinn hatte, der sich den Mund nicht verbieten ließ, der das, was ihm unbegreiflicherweise widerfuhr, nicht als Schicksal hingenommen, sondern weiter gefragt hat, solange bis diese Frage zur Klage und Anklage wurde, in der er Gott gegen Gott anrief. Das Leiden machte ihn, so Bloch, aufrecht und fragend. "Er verlernte nun ganz und gar das Murren nicht, und der Verstand stand nicht still." Jachwes Gerechtigkeit wird durch Blochs Hiob in die Verteidigung gedrängt:"Warum leben die Ruchlosen, werden alt und nehmen zu mit Gütern? Und warum hungern die Armen? Sie hungern nicht deshalb, weil sie gottlos wären, sondern weil die Reichen sie schinden und pressen und Gott sieht zu." Das Buch Hiob lesend, kommt Bloch zu dem Schluss, die einfachste Antwort auf die Frage Hiobs nach der Gerechtigkeit Gottes sei, dass es in der Welt "immer wieder einen Auszug gibt, der aus dem jeweiligen Status herausführt, und eine Hoffnung (..)die in den konkret gegebenen Möglichkeiten eines neuen Seins fundiert ist." Hoffnung aus dem Schlamassel wieder herauszukommen, aber der Mensch muss es wollen und etwas dafür tun. Hoffnung ist für Bloch "der biblisch eigenste Affekt", der indessen religiös verdorben werden kann, "wo sie einen Diener macht." Im Hiobbuch sieht Bloch ein Buch "der menschlichen Revolte", denn sein Protagonist, bezweifelt, ja verneint Gott als einen Gerechten. Für Bloch wird Hiob nur wichtig zur paradigmatischen Veranschaulichung seines eigenen Prinzips Hoffnung.

Bloch hat sich mit Hiob nicht nur in seinem Band "Atheismus im Christentum", sondern auch in seinem schon früher verfassten Hauptwerk "Das Prinzip Hoffnung" und in einigen Aufsätzen auseinandergesetzt.

In Blochschen Sinne äußerte sich auch Johannes R.Becher in seinem Hiob-Gedicht, in dem er Hiob zu der Erkenntnis kommen lässt: "Das Unerträgliche, das wir ertragen, ist Menschenwerk und müsste nicht so sein." Auch wir forschen heute bei persönlichen und globalen Katastrophen zuerst nach den menschlichen oder natürlichen Ursachen und sprechen dann nicht selten von menschlichem Versagen. Freilich muss man dabei auch unterscheiden, wie es die französische Philosophin Simone Weil getan hat, zwischen aktivem Leid-Zufügen und passivem Erleiden. Beide Phänomene sind, Weils Ansicht nach, im Bösen enthalten.

"Das Böse", so sagt sie, "hat zwei Formen, die Sünde und das Unglück." Manches hat der Mensch gewiß in der Hand, doch bei weitem nicht alles, und so bleibt uns nichts anderes übrig als mit dem Theologen Friedrich Christoph Oetinger Gott zu bitten: "Gib mir Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." Eduard Mörike hingegen, für den offenbar alles direkt aus Gottes Hand kam, betete bescheiden und demütig:

"Herr! schicke, was du willt,
ein Liebes oder Leides;
ich bin vergnügt,dass beides
aus deinen Händen quillt.
Wollest mit Freuden
und wollest mit Leiden
mich nicht überschütten!
Doch in der Mitten
liegt holdes Bescheiden."

Vielfältige Deutungen in der Literatur

In die Literatur fand die Hiobsgeschichte ebenfalls vielfältigen Eingang. Wie kaum ein anderes biblisches Buch hat sie Philosophen, Theologen und Literaten zu Reflexionen und eigenen Schöpfungen inspiriert. Das Buch Hiob gehört wie kaum ein anderes Buch der Bibel zu den größten Werken der Weltliteratur neben Dantes Göttlicher Komödie und Goethes Faust. Gerade in unserem Jahrhundert häufen sich die literarischen Auseinandersetzungen mit Hiob, gerade in unserem Jahrhundert fordert die Hiob-Erzählung Menschen immer wieder heraus.

Goethe diente die Hiobsgeschichte als Vorlage für die Darstellung seines Fausts-Dramas und dessen Einordnung in einen höheren Zusammenhang. Man denke an die Wette zwischen Gott und Mephisto im "Prolog im Himmel", durch den der Leser den Charakter des Helden wie den Grundgedanken der Tragödie kennen lernt. Gott und Mephisto wetten um die Seele von Faust so wie sie einst um Hiobs Treue zu Gott gewettet haben. "Der Mensch ist ein Wesen", sagt Luther, "um das sich Gott und der Teufel streiten."

Wie bei Hiob triumphiert auch im Faust der Satan zunächst über Gott. Er hat beide von ihrem ursprünglichen Weg abgelenkt. In Hiob ist es das Unglück, im Faust das Glück, dort der Schmerz, hier die Freude, die der Satan als Hebel ansetzt, um den Menschen zu Fall zu bringen. Zwei verschiedene Gedankenströme kommentieren ein und denselben ursprünglichen Gedanken. Beide, Hiob und Faust, bleiben sich am Ende treu: Hiob indem er Gott dient und Faust indem er am Ende der Natur huldigt, sie sich untertan macht und indem er"strebend sich bemüht". Der Teufel hat hier wie dort keine Chance. Bei beiden hat er das Nachsehen.

Sowohl in Hiob als auch in Faust wird ein Mensch auf die Probe gestellt. Die Prüfungen sind allerdings unterschiedlicher Natur.Heinz Flügel sprach einmal von einer "entgegengesetzten Versuchungsgeschichte". Während in Hiob geklärt werden soll, ob der Mensch Gott nur wegen seines Wohlergehens lobt, muss Faust beweisen, dass "ein guter Mensch sich in seinem dunklen Drange des rechten Weges wohl bewusst" ist. Während im Hiobbuch Theologie und Anthropologie gleichberechtigt im Zentrum der Geschichte stehen, konzentriert sich das Drama von Faust allein auf das Menschenbild.

Der Faust verrät die tiefe Beeinflussung durch das Alte Testament. Das wird besonders deutlich im Prolog, in der Formulierung "Knecht Gottes", durch die zwiefache Szene im Himmel und auf Erden - oben wird gehandelt, entschieden und über den Menschen verfügt, unten wird gesprochen, das Untere kennt den Sinn des Oben nicht - ferner in der grandiosen Verherrlichung des Weltschöpfers und -Regierers durch die Engel. Goethe hat in "Dichtung und Wahrheit" selbst davon erzählt, dass er durch die Bibel reiche Belehrung erfahren und von ihr viel Anschauungsmaterial bezogen habe. Sie sei für ihn die sinnliche Veranschaulichung des rein Gedankenmäßigen gewesen. Goethes Faust, meinte Heinrich Heine ganz richtig, sei so reich wie die Bibel. "Er umfaßt Himmel und Erde, den Menschen samt seinem Commentar." Doch das Problem der hebräischen Bibel, die Theodizee, die Frage:"Warum muß der Mensch leiden?" hat Goethe nicht berührt. Bei ihm geht es um die sittliche Tüchtigkeit, in der Bibel dagegen um die religiöse Rechtgläubigkeit und die Unterwerfung unter den Willen Gottes. In vielem ist Faust mehr Prometheus als Hiob, er erhebt sich über Gott und Teufel und fürchtet weder den einen noch den anderen.

An Hiob soll überprüft werden, ob er fromm bleibt, wenn er alles verliert, an Faust, ob er auch dann metaphysisch ausgerichtet bleibt, wenn ihm handfeste Genüsse geboten werden. Nichts kennzeichnet die Divergenz zwischen Faust und Hiob besser als das Wort:"Es irrt der Mensch solang er strebt", und "wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen". Faust ist nicht ein Mann wie Hiob, der recht und schlecht, zufrieden mit sich und der Welt seine Tage dahinlebt, der, ohne über den Weltenlauf zu grübeln und nachzudenken, alle Gaben aus Gottes Hand dankbar hinnimmt und wohlthuend verwertet, nicht ein Mann, der erst durch Leiden zum Nachdenken angeregt, an Gottes Gerechtigkeit zu zweifeln anfängt, und zuletzt, da er das Rätsel nicht lösen kann, sich ergeben in Gottes Ratschluss fügt. Faust hat vielmehr viel nachgedacht und seinen Geist im Denken stets geübt, ohne seinen Wissensdurst stillen zu können."Dass wir nichts wissen können, das will mir schier das Herz verbrennen."

Faust hochmütiges Streben nach unbegrenzter Erkenntnis verleitet ihn zu einem Bündnis mit dem Teufel. Mit seiner Hilfe verrichtet er Wunder und frönt allen Lastern. In Hiob geht es um die Darstellung eines gerechten, aber unerforschlichen göttlichen Waltens in der Menschheit. Im Faust steht die Darstellung der geistigen Entwicklung des Menschen im Vordergrund, die Geschichte seines Werdens, seiner seelischen Entfaltung, seines Lebens und Strebens.

- Faust und Moses, Faust und Hiob, Goethe und das Alte Testament avancierten, nebenbei bemerkt, zu bevorzugten Themen jüdischer Autoren, bis weit in die 20er Jahre unseres Jahrhunderts hinein. 1882 schon, als sich zum 50.Mal Goethes Todestag jährte, hatte sich der hessische Landesrabbiner Julius Landsberger zum Gegenstand seines Festvortrags gewählt: Faust und Hiob. So viel zu Goethes Anleihen aus Hiob für seinen Faust.

(Nachtrag:Goethe erwähnt Hiob viermal in seinem Tagebuch, seiner Untersuchung zur Morphologie stellt er ein Hiobzitat voran, in "Zahme Xenien" antworten Hiobs Freunde ihm mit:"O laß die Jammer-Klagen, da nach den schlimmen Tagen man wieder froh genießt."

Im Hiob-Buch fallen für Goethe laut Langenhorst "Poesie, Religion und Philosophie ganz in Eins"zusammen.(S.54))

Die Hiobs-Geschichte hat eine Fülle von Deutungen erfahren. Häufig hat man Hiob zwischen Dulder und Rebellen gesehen. In den vergangenen Jahrhunderten haben Dichter und Schriftsteller wie Milton, Melville, Blake, Philosophen wie Hobbes, Kant, Kierkegaard, und Musiker wie Johannes Brahms aus dem Hiob-Buch mit unterschiedlichen Intensionen geschöpft.

Andere wiederum haben aus der Hiobsgeschichte eine Satire gemacht wie der Spötter G.B.Shaw oder eine Groteske wie Oskar Kokoschka und Alfred Polgar oder einen "Anti-Hiob" verfasst wie Bert Brecht oder in Hiob die Verkörperung des modernen Jedermann gesehen wie George Wells.

Werfen wir einen kurzen Blick auf Shaws Kurzgeschichte"Ein Negermädchen sucht Gott". Das Negermädchen macht sich auf die Suche nach den verschiedenen Göttern, es trifft u.a.den Gott Noahs und Abrahams und der erweist sich als rachsüchtiger, Opfer fordernder Unhold. Dann begegnet es dem Gott Hiobs, der auf Hiob zu sprechen kommt. "Aber der war so bescheiden und dumm, dass ich die furchtbarsten Missgeschicke über ihn ergehen lassen musste, um ihn zum Klagen zu bringen." Das Mädchen wiederholt daraufhin die unbeantworteten Fragen Hiobs und Gott weist es mit einer karikierten Wiederholung der Gottesreden des biblischen Hiob zurück. Aber die Kontrahentin ist hartnäckiger als es Hiob einst war. "Das ist kein Argument, sondern Hohn. Du scheinst nicht zu wissen, was ein Argument ist", sagt das Mädchen und denkt sich:"Ein Gott, der mir meine Fragen nicht beantworten kann, nützt mir nichts..ich glaube überhaupt nicht, dass du jemals etwas erschaffen hast. Hiob muss sehr dumm gewesen sein, dass er dich nicht durchschaut hat." Aber auch mit den anderen Göttern ist das Mädchen nicht zufrieden, so dass es schließlich - das ist der ironische Schluss - an der Seite eines irischen Sozialisten in der tätigen Arbeit für das Allgemeinwohl und die Familie die Erfüllung findet, so dass sich die unbeantwortbare Frage nach Gott nicht mehr stellt.

Bei Brecht(1898-1956) hat, obwohl er Atheist war, die Bibel sein Gesamtwerk geprägt. Ähnlich wie Goethe und Voltaire hat er das Buch der Bücher als Steinbruch benutzt. In der Kurzgeschichte "Der Blinde" (1921) erzählt er: Ein einfacher Mann lebte dreißig Jahre lang gut und ohne Ausschweifung und wird von einem zum anderen Tag blind. Er gerät in die soziale Isolation, als er in eine Blindenanstalt eingeliefert werden soll, begeht er Selbstmord. Denn: "Dort werden wir versucht, Gott zu verzeihen, dort gehe ich nicht hin." Er will sein Schicksal nicht demütig ertragen. "Er fand sich nicht ab. Ihm war Unrecht geschehen. Er war blind geworden, unschuldig blind". Und dann die rebellische Zuspitzung:"Gott wurde nicht verziehen. Diese Haltung kehrt, wie wir sehen werden, in der Literatur häufiger wieder.

Herbert George Wells((1866-1946), Autor der Zeitmaschine, erlebt durch den Krieg eine tiefe Desillusionierung und kam dadurch zu einer intensiven Beschäftigung mit religiösen Fragen. Aber das Buch, in dem er die Hiobsgeschichte thematisiert, "The Undying Fire"(das unsterblich oder unvergängliche Feuer) ist kaum bekannt geworden.

Hiob wird zur Spielfigur ferner in Romanen von Alfred Döblin(1878-1957). Der Mann Biberkopf in Döblins Alexanderplatz ist ein Gezeichneter, ein Hiob, und bei Gerhart Hauptmann taucht Hiob ebenfalls auf. Hauptmann war der Meinung, dass der Schluss des Hiob-Berichts, "worin er zur Demut umgebogen wird".."den Stempel der Fälschung allzu deutlich" trägt. In "Buch der Leidenschaft", das autobiographisch geprägt ist, versucht Hauptmann, seine Zerrissenheit zwischen zwei Frauen in der Zeit von 1893 bis 1904 aufzuarbeiten. In diesem Roman wird besonders der vom nahenden Tod gezeichnete Bruder des Protagonisten immer wieder mit Hiob verglichen. Auch eine der Frauen, so heißt es hier, sei "von einem Hiobsschicksal gestreift, als sie einen Netzhautabriss erleidet." Hauptmanns Charaktere tragen ihr Schicksal jedoch mit geduldiger Fassung und demütiger Ergebenheit. Auch bei anderen Autoren wird Hiob im Kontext von Krankheit und Tod nicht selten am Ende zur Versöhnungsfigur.

Höhepunkt der epischen Hiobrezeption ist zweifellos Joseph Roths(1894-1939) "Hiob. Roman eines einfachen Mannes" aus dem Jahr 1930. Joseph Roth erzählt die Geschichte eines modernen Hiob: Der in Galizien lebende jüdische Lehrer Mendel Singer wandert nach Amerika aus, und dort trifft ihn das Unglück in seinen Kindern hart, so dass er sich von Gott abwendet. Aber durch die wunderbare Heilung eines Sohnes(, die viele Kritiker allerdings nicht überzeugt) wird er schließlich zu Gott zurückgeführt.

In unserem Jahrhundert wurde Hiobs Name vielfach zum Sinnbild für einen vom Schicksal geschlagenen Menschen. Ernst Wiechert (1887-1950) sah in Hiob ("Spiel vom deutschen Bettelmann" (1932) ein kollektives Symbol für ein leidgeprüftes Volk, das heißt, in der Hiobsgestalt kristallisierte sich für ihn das Schicksal des deutschen Volkes in den Nachkriegsjahren.

Wiechert hatte vom Mitteldeutschen Rundfunk den Auftrag erhalten, ein Hörspiel zu verfassen, das als eine "Art Rückschau auf das damals verflossene Jahr" gesendet werden sollte. Der Dichter hatte den Ersten Weltkrieg als Frontsoldat mitgemacht und war in eine Krise geraten, hinzu kamen persönliche Schicksalsschläge, 1912 Selbstmord der Mutter, anderthalb Jahrzehnte später nahm sich seine Ehefrau das Leben. In dieser Situation entdeckte er die "Offenbarung eines neuen naturhaften Menschentums", eines "einfachen Lebens". Später hat man ihm "Stoffmissbrauch" vorgeworfen, und obwohl Wiechert alles andere als ein Freund der Nazis war, haben diese seine Version vom einfachen Leben auf der Scholle nicht zu Unrecht missbraucht. (siehe Nolde)

Hiob ist in der christlichen Literatur nach 1945 gleichfalls eine häufige Erscheinung: Thornton Wilder (1897-1975) übernimmt in seinem Dreiminutenspiel "Hast du nicht achtgehabt auf meinen Knecht Hiob" die Struktur des Hiobbuches, vertauscht jedoch die Rollenträger. Zwar behält Satan seine Aufgabe. Doch Gottes Stelle nimmt nun "Christus" ein und an Hiobs Platz des Knechtes tritt Judas. Wilder setzt Hiob und Judas gleich. Dieser wird, ähnlich wie im späteren Roman von Walter Jens, bei ihm zum Erfüller des göttlichen Heilsplans stilisiert und deshalb in den Himmel aufgenommen.

Bei Paul Claudel(1868-1955) ist Hiob der Zweifler und Ankläger, der den Schöpfer vor ein Gericht zitiert und dann doch nach mancherlei Anfechtungen die Gewissheit von Gottes Güte erfährt. Claudel befand sich, ähnlich wie Wiechert, nach dem Ersten Weltkrieg ebenfalls in einer Krise. Hinzu kamen der Tod seiner Schwester Camille und der Tod wichtiger Weggefährten sowie eigene Krankheiten. Die biblische Figur war für Claudel zunächst auch ein Symbol der Revolte gegen die conditio humana. (Gedicht"Antworten an Job").

In unserem Jahrhundert häufen sich die Auseinandersetzungen

Vor allem in unserem Jahrhundert häufen sich die literarischen, philosophischen und theologischen Auseinandersetzungen mit dem Hiob-Problem, in Romanen von Kurt Vonnegut bis hin zu Christoph Peters' jüngst erschienenem Erstling,"Stadt, Land, Fluss".

Langenhorst weist in seinem Buch "Hiob unser Zeitgenosse. Die literarische Hiob-Rezeption im 20.Jahrhundert als theologische Herausforderung" darauf hin, "dass Hiob in einem Jahrhundert wie dem unsrigen, das der Leidensgeschichte der Menschheit Grauenorte wie Verdun, Stalingrad, Hiroshima, Auschwitz und den Archipel Gulag hinzugefügt hat, die große literarische Bezugsgestalt wurde, die dem Schrei nach Gott Ausdruck verleiht, einem Schrei, der angesichts der Leiden bei manchen ins Schweigen versinkt, nach dem Hiob-Wort von Nelly Sachs:Deine Stimme ist stumm geworden, denn du hast zuviel Warum gefragt.."

In der Lyrik des 20.Jahrhunderts wurde Hiob zum poetischen Symbol, zum Beispiel in Gedichten von so unterschiedlichen Autoren wie Klabund, Oskar Loerke oder Eva Zeller.

Manchem schlichteren Gemüt ergeht es vielleicht wie dem frommen Schneider in Angel Wagensteins "Pentateuch oder die fünf Bücher Isaaks", der die Wechselfälle unseres Jahrhunderts nicht zu durchschauen vermag(er selbst war den Nazis und den Schergen Stalins ausgesetzt gewesen und hat irgendwo in Südukraine fünfmal seine Staatszugehörigkeit ändern müssen) und treuherzig erklärt, wenn Gott Fenster hätte, dann hätte man ihm sicher schon längst die Scheiben eingeschlagen. Auch der Schneider ist jemand, der keine Antwort gefunden auf die Frage nach dem Warum des Leidens.

Hiob spielt eine Rolle ferner in Abhandlungen bei Karl Jaspers, Paul Ricoeur, C.G.Jung, Karl Barth und Elie Wiesel, um nur einige wenige zu nennen.

Karl Jaspers(1883-1959) hat in"Der philosophische Glaube" (1962) den Text des Hiobbuches exzellent analysiert. Er sieht dessen Sinnspitze in dem Aufweis der dem Menschen "gesetzten Grenzen des Begreifenkönnens", aus der in einem Akt der existentiellen Umkehr "die Heiligkeit der Existenz" entspringen könne, die ihrerseits sinnvolles Leben ermögliche. Philosophisch-theoretisch bleiben Leid, Böses und Übel ein Rätsel. Doch die Botschaft des Hiob zielt, laut Jaspers, nicht auf selber dogmatisch gewordenes Wissen des Nichtwissens", das nur allzu leicht in einer "stumpfen Fraglosigkeit des Nichtdenkens" münden kann, also das Eingeständnis, dass wir nicht wissen können, das Bedenken unserer Grenzen enthebt uns nicht des Nachdenkens.

Im Gegenteil gerade aus dem Verzicht auf die Beantwortung der letzten Fragen erwachsen positive Möglichkeiten, denn schon im Hiobbuch zielt die Grundintention nicht auf Ausgrenzungen und Zurückweisungen, sondern auf Glaubensfestigung und Lebensermöglichung. Obgleich sich mit Hiob der Glaube nicht schlüssig erweisen lässt, so wird doch in seinen Fußstapfen die Möglichkeit eines zeitgemässen und intellektuell redlichen Glaubens deutlich.

Paul Ricoeur(geboren 1913) weist in seinem Hauptwerk"Phänomenologie der Schuld"(1930) dem Hiobbuch eine zentrale Stelle zu. Er markiere die Rückkehr des ethischen zum tragischen Gottesverständnis. Unter Zurückweisung der Gerechtigkeits- und Verstehbarkeitserwartung Gott gegenüber dürfe der Mensch nicht verzweifeln. "Dieser Weg ist der unbegründbare Glaube".

Der Schweizer Psychoanalytiker und Tiefenpsychologe Carl Gustav Jung(1875-1961) liest die Bibel mit den Augen eines Laien und sieht in ihr "Äußerungen der Seele". "Ich schreibe nicht als Schriftsteller", sagte er, "sondern als Laie und als Arzt, dem es vergönnt war, tiefe Einblicke in das Seelenleben vieler Menschen zu tun. Was ich ausspreche, ist zwar zunächst meine persönliche Auffassung, aber ich weiß, dass ich zugleich auch im Namen vieler spreche, denen es ähnlich ergangen ist wie mir."

Er deutet Hiob psychologisch und nimmt Gott als reale Person, Hiob als Therapeut Jahwes, als moralischen Sieger gegen Jahwe. Hiob deckt die Tatsache auf, dass sich Gott in Widerspruch mit sich selbst befindet, dass er in sich zutiefst gespalten ist und unter dieser Zerrissenheit leidet. Jung beschreibt Gott als schizoide Persönlichkeit(für manche sicher eine Blasphemie). Hiob ist ihm überlegen und der moralische Sieger. Nun gibt es für Gott nur einen Weg, er will Mensch werden, um die moralische Niederlage Hiob gegenüber auszugleichen. Ohne Hiob kein Christus, ohne die Bewusstwerdung der inneren Antinomie Jahwes keine Hiobsgeschichte, die sich in Christus vollendet. Christus ist die Antwort auf Hiob.

Hiob wird auch in der modernen Literatur zum Ausgangspunkt von Diskussionen über das uralte Problem des Leidens, ein Problem, das nach wie vor offen und ungelöst angesehen wird. Anklagend, protestierend, unversöhnt klingt es bei Fritz Zorn (1944-1976).(Zorn war das Pseudonym von Fritz Angst). Sein Buch"Mars" ist der autobiographische Sterbensbericht eines Krebskranken mit einer extremen Gegenposition zur Deutung Hiobs als Dulder, mit einer endgültigen literarischen Absage an den Hiob-Gott. Es endet ohne jegliche Versöhnung mit Gott und dem Leben. "Ich bin jung und reich und gebildet, und ich bin unglücklich, neurotisch und allein. Natürlich habe ich auch Krebs." Damit beginnt Zorns Bericht. Er ist einer der schockierendsten und aufsehenerregendsten der letzten Jahrzehnte, geprägt durch die radikale Weigerung, sich zu versöhnen.

Was bei Brecht in der Dritte Person noch eher unpersönlich anklingt, hypothesenhaft, hier wird die Unversöhnlichkeit aus tiefer existentieller Not geboren. In Kurt Vonneguts "Schlachthof 5"(amerikanischer Autor, 1922 geboren) stellt der in Bedrängnis geratene Protagonist Billy Pilgrim, wie Josef K.in Kafkas "Prozess", die Hiob-Frage: "Warum ich?" Vonneguts Antwort darauf ist in ihrer Folgerichtigkeit nicht minder unbarmherzig wie die Kafkas: "Es gibt kein Warum."

In Christoph Peters:"Stadt,Land, Fluss" ist ein Onkel, eine Nebenfigur in dem Roman, ein moderner Hiob, der ganz ohne intellektuellen Hintergrund sämtliche Plagen, die der Körper zu bieten hat, umgestülpt bekommt und sie annimmt. Er nimmt an und hält aus: ein Leben in Krankheit. In diesem Jahr(1999) erschienen mindestens zwei Bücher mit "Hiob" im Titel:Cramers "Wie Hiob leben" (s.unten)und das von einigen Kritikern sehr geschätzte Buch "Hiob und Heine, Passagiere im Niemandsland" von Istvan Eörsi.

Laut György Dalos versucht Eörsi, "die zerrüttete Welt von Hiobs Zeiten über Heines Jahrhundert bis zu unseren Tagen gedanklich zusammenzuhalten. Laut Verlagsprospekt:Das Buch Hiob ist der Skandal des Alten Testaments. Nicht umsonst hat man es jahrhundertelang beschönigt und auf unterschiedliche Weise gedeutet. Hiobs Schicksal ist schon deshalb empörend, weil wir von Anfang an die Ursache kennen. Satan provoziert Jehova mit der Behauptung, Hiob fürchte ihn nur aus Berechnung, woraufhin Gott ihm seinen treuesten Diener ausliefert .... Die unsäglichen Leiden Hiobs belegen, dass Gott bereit ist, den Menschen einer Idee zu opfern. Die abstrakte Wahrheit wiegt, nicht nur vom Standpunkt göttlichen Eigennutzes, schwerer als alle menschlichen Leiden."

Ist das jüdische Volk der Hiob unter den Völkern?

Insbesondere jüdische Dichter griffen auf Hiob zurück, um anhand seines Schicksals die Ungeheuerlichkeiten von Auschwitz zur Sprache zu bringen:Nelly Sachs, Yvan Goll, Rudolf Leonhard, Karl Wolfskehl und Margarete Susman.

Heinz Flügel behauptete 1975:"Je mehr die christliche Theologie Christus als Antwort auf Hiob aufgebaut hat, desto ausschließlicher wurde Hiob zum Inbegriff jüdischer Existenz."

Der Emigrant Karl Wolfskehl, Sohn einer jüdischen Patrizierfamilie (1868 in Darmstadt geboren, 1948 nach langen Exiljahren im neuseeländischen Auckland gestorben) schrieb den Gedichtzyklus"Hiob oder die vier Spiegel" und identifizierte das eigene Schicksal mit dem von Hiob. Am Ende seines Schaffens und Lebens sagte er:"Alles, was ich bin, was ich füge, (steht)unter dem ewigen Namen Hiob, seitdem ich bin, leb ich, erfahr ich Hiob. Alles, was seitdem entstand, führte diesen Namen oder, auch, wo es abseits gewachsen scheint, ist es von ihm durchwebt."

Stefan Zweig erschien schon 1915 das jüdische Volk als der "Hiob unter den Völkern". Auf die überragende Bedeutung Hiobs als Deutefigur jüdischer Existenz weist auch der Titel eines leider vergriffenen Buches hin:"Im Zeichen Hiobs. Jüdische Schriftsteller und deutsche Literatur im 20. Jahrhundert".

Margarete Susman schrieb 1948 "Das Buch Hiob und das Schicksal des jüdischen Volkes", in dem sie den Versuch einer Deutung des Holocaust wagte, den sie "Aufgipfelung des Judenhasses aller Zeiten, Zusammenbruch alles Menschlichen" nannte. Sie wollte vom Buch Hiob aus einen schmalen Streifen Licht auf das Dunkel des jüdischen Schicksals fallen lassen.

Susman stellte schon 1929 prophetisch fest:"Im Schicksal Hiobs ..ist das ganze Leidschicksal des Judentums..vorgezeichnet." Was sie in diesen Jahren noch auf die grundsätzliche Exilsituation der Juden bezieht, sollte sich in den grauenvollen Unheilsjahren von 1933 bis 1945 in unvorstellbarer Weise radikalisieren. Sie bemühte sich, die historische Katastrophe des jüdischen Volkes anhand biblischer Gestalten theologisch zu interpretieren, und sah im Rückgriff auf die biblische Hiobsgestalt eine Möglichkeit, die Ungeheuerlichkeit des Erlebens zur Sprache zu bringen, zu verstehen und theologisch zu deuten. Nicht nur für Susman auch für Hermann Levin Goldschmitt zeichnete sich Schicksal des jüdischen Volkes sich im Lebenslauf Hiobs ab.

Das Hiobbuch ist für Susman "das Schicksalsbuch des jüdischen Volkes und zugleich ein "Buch des Lebens und des Vertrauens zum Leben". Es ist, so ihre Grundthese, jene "Dichtung, die von Anfang bis zum Ende Schicksal und Entscheidung des jüdischen Volkes spiegelt." Während sie in ihrem "Buch Hiob" sich noch die Frage stellt, "ob nicht diese unsere dunkle, ganz von der Erlösung abgetriebene Welt der Erlösung am nächsten ist", so vermag sie dann in späteren Gedichten, in denen sie das Hiobmotiv abermals aufgreift, sich nicht mehr zur optimistischen Hoffnung ihres Hiobbuches durchzuringen. Hiob verkörperte indessen auch weiterhin für sie als Kollektivsymbol das Schicksal des jüdischen Volkes. Doch muss man sich fragen, ob eine solche individuelle oder kollektive Selbstidentifikation mit Hiob den Erfahrungen des Holocaust wirklich gerecht wird? Für orthodoxe Juden ist eine unmittelbare Identifikation des jüdischen Volkes mit dem Nicht-Juden Hiob schwer zu akzeptieren. Der amerikanische Rabbiner und Theologieprofessor Richard L.Rubenstein warnt daher vor einer Sinngebung des Holocaust im Bilde Hiobs. Dieser könne kein Vorbild für die Opfer des Holocaust sein, weil er seine Qualen überlebt habe. Ähnlich argumentiert Schalom Ben-Chorin, wenn er zu bedenken gibt, dass dem wirklichen Hiob unserer Tage "oft noch Grauenvolleres geschehen" sei als dem literarischen Vorbild. Während dieser eine göttliche Antwort erhalten habe, dringe zu dem heutigen Hiob "oft nur noch das eiserne Schweigen aus einem sich ihm erbarmungs- und antwortlos verschließenden Himmel."

Die Erfahrung eines verborgenen Gottes, ausgedrückt in dem Schrei: "Wo bleibt Gott?"hat bei nicht wenigen Auschwitz-Überlebenden wie etwa bei Janina David, die im Kindes- und Jugendalter durch den Holocaust ihre Eltern verlor, zu tiefer Verstörung geführt und in letzter Konsequenz zur Abkehr von Gott. Man kann es verstehen. Denn ein Gott, der sich der Ermordeten nach außen hin nicht erbarmt, mutet uns viel zu, schreibt Susanne Krahe und hofft zugleich, "dass wir den Schmerz aushalten, bis Gott selbst die Wunden schließt." Was bleibt sei allein die Hoffnung auf den Tag, an dem Gott die endgültige Antwort auf Hiob geben wird.

Die Autorin, geboren 1959, selbst wurde vom Schicksal schwer getroffen, während ihres Theologiestudiums erblindete sie, damit war ihre wissenschaftliche Laufbahn beendet. Sie lebt heute als freie Schriftstellerin in Unna.

Auch das ist sicherlich eine Möglichkeit, mit dem Unglück oder der Katastrophe umzugehen, wenn man sich vor Augen hält, dass Hiob und Jesus sich von Gott, als dieser sie scheinbar im Stich gelassen hat, nicht abgewendet, sondern sich ihm zugewendet haben - mit Fragen, Protestschreien und Zweifeln.

An der Wand eines Kölner Kellers, in dem sich einige Juden während des gesamten Krieges vor den Nazis versteckt hatten, fand sich folgender Satz:"Ich glaube an die Sonne, auch wenn sie nicht scheint. Ich glaube an die Liebe, auch wenn ich sie nicht fühle. Ich glaube an Gott, auch wenn er schweigt."

Kann man Auschwitz Gott anlasten?

Aber kann man Auschwitz und all die anderen Morde und Massentötungen allen Ernstes Gott anlasten? Muss man nicht zuerst den historischen und anderen kontingenten Umständen Rechnung tragen, die Auschwitz möglich gemacht haben und sich vielleicht eingestehen, dass der Mensch ein Wesen ist, das seinesgleichen das Schlimmste anzutun fähig ist? Man könnte Gott allenfalls den Vorwurf machen, nicht eingegriffen zu haben. Andererseits hat Gott dem Menschen die Freiheit gegeben zum Guten wie zum Bösen. Der Mensch ist mithin frei, das Böse zu tun. An Hiob zeigt sich, wie schwierig es ist, das Böse allein vom Menschen und seiner Freiheit her zu begreifen, da der Mensch nicht nur schuldiger Urheber ist, sondern ebenso ein Opfer des Bösen. Wenn sich Böses nur auf Sünde und Schuld reduzieren ließe, könnte man die Probleme des schuldlosen Leidens leicht beiseite schieben.

Im August 1999 starb in Tel Aviv im Alter von 56 Jahren der israelische Dramatiker Hanoch Levin. Er stammte aus einer orthodoxen Familie, die von Polen nach Palästina eingewandert ist, aber er selbst wurde schon im säkular geprägten Tel Aviv geboren und ist dort auch aufgewachsen. Er hat sich im Laufe seines Lebens zunehmend von der Religion distanziert, sich jedoch wiederholt mit biblischen Themen auseinandergesetzt. Wie fast jedes seiner Dramen sorgte sein Mitte der 80er Jahre uraufgeführtes Stück "Das Leiden des Hiob", in dem er den Propheten nackt auf der Bühne agieren und schließlich aufspießen ließ, für Empörung und bescherte dem Autor den Zorn der Orthodoxie.

Wie man sieht, überall bereitet Menschen die Hiobsgeschichte Kopfzerbrechen und wird zum Stoff eines Dramas oder eines Buches.

Das Zentralthema von Elie Wiesel(Jg.1928) ist seit seiner Befreiung aus dem KZ-Lager Auschwitz, das er als einziger seiner Familie überlebte, das Bezeugen und Deuten des Holocaust. Er fühlt sich als "Hiob-Bote", der die Aufgabe hat, das Erfahrene der Nachwelt zu berichten. Mitunter quält ihn die Frage nach der Möglichkeit einer Existenz Gottes nach Auschwitz, aber auch die Frage nach der Möglichkeit einer Existenz des Menschen nach Auschwitz.

An einer Stelle sagt Wiesel: Hiob hätte sich nicht unterwerfen sollen. Er sei wohl kaum eine historische Gestalt, nicht einmal ein Jude und dennoch von derart herausragender Bedeutung in der Bibel. Wiesel zieht daraus die Konsequenz: Falls Hiob kein Jude war, wird er es.

Laut Rüdiger Safranski blieb Hiob letztlich nur der Glaube an einen unergründlichen Gott. Wenn Gott unergründlich ist, folgert Safranski,dann ist es auch die Welt. In ihr geschieht das Böse, in ihr gibt es Übel, ohne dass es dafür gute Gründe gäbe. Hiobs Frömmigkeit ist für den Philosophen Safranski die vollkommene Entsprechung zum unergründlichen Gott. Hiobs Frömmigkeit sei grundlos. Doch habe Hiob das Schlimmste vermieden, nämlich die Abkehr von Gott. "Er weigert sich, Transzendenzverrat zu begehen."

Auf die Wirklichkeit hinter den fassbaren Dingen dürfe man nicht verzichten, in der die Gründe und Zwecke des Menschen verborgen liegen könnten, mahnt Safranski. Bei Karl Rahner lesen wir wiederum: "Die Unbegreiflichkeit des Leids ist ein Stück der Unbegreiflichkeit Gottes." In Gott jedoch, so Safranski, wird das Leben in seiner Ambivalenz und Abgründigkeit geheiligt, in seinem Gelingen und Scheitern.

Hiobs Name steht somit für eine Vielzahl unterschiedlicher Versuche, Leid als Teil des eigenen Lebens und des eigenen Glaubens zu verstehen. Friedrich Nietzsche beispielsweise sah im Leiden kein Argument gegen das Leben, aber auch keinen Grund zur Resignation, keinen Grund zur Verteidigung irgendeines Verantwortlichen und keinen Grund zur Hoffnung auf Entschädigung. Für Simone Weil war das Leid gleichfalls kein Einwand gegen Gott, im Gegenteil. Sie empfand Leid neben Schönheit als vorrangigen Lebensbezug und als besondere Gelegenheit der Gotteserfahrung.

Wie gehen Atheisten mit Leid um?

Gott schickt die Leiden als "Zeichen", sagt der Gläubige. Was indessen bleibt dem Atheisten, dem Menschen, der nicht an Gott glaubt? Denn die Frage nach dem Übel, dem Bösen, dem Unrecht in der Welt ist nicht nur eine Frage,die Bibelleser oder Gottesfürchtige bedrängt. Sie treibt selbst Atheisten um. Der eine oder andere befreit sich vielleicht wie der jüdische Philosoph David Baumgardt in der Lust am offenen Aufbegehren, am Sichempören gegen die Last und Unerträglichkeit menschlichen Leidens von niederdrückenden Affekten und erfährt dabei eine wohltuende Entspannung. Erkennt man dann, behauptet Baumgardt, dass Tragik und Lust aktiv erlebt werden können, öffnet sich ein Zugang zu letzten Sinngebungen in unserem Leben. Denn geistige Auseinandersetzungen mit dem Schicksal und Auflehnung gegen das Leiden seien weit glückbringender als erzwungenes, stummes Ertragen. Im Gegensatz zum Tier vermag der Mensch immer wieder, wenn auch oft nur vorübergehend, den Bann zu durchbrechen, in dem ihn sonst sein Schmerz gefangenhält.

Es gibt freilich nicht nur den angefochtenen Glauben, der klagt, und es gibt nicht nur die Haltung, die Baumgardt beschreibt, es gibt auch eine Gottlosigkeit, die gar nicht mehr nach Gott fragt. Für viele ist Gott erschreckend fern. Manche haben ihn gar nicht erst kennengelernt. Man denke an die Erziehung im ehemaligen Ostblock, insbesondere in der ehemaligen DDR. Wie mögen diese Menschen mit den letzten Fragen, den"belästigenden", wie Kant sagt, umgehen? Mit Fragen, die die menschliche Vernunft schwerlich abweisen kann und die sich dennoch dem gedanklichen Zugriff entziehen?

Auf die Frage, warum Gott das Böse in der Welt und im Menschen zulasse, hat allerdings selbst der Gläubige noch keine vernünftige Antwort erhalten, weder Esra beim Streit mit dem Engel, weder Antonius in der Wüste noch Hiob in seinem Protest gegen Gott noch Luther Jahrtausende später, als er ganz direkt zu wissen begehrte:"Warum legt Gott dem Satan nicht einfach das Handwerk?" Ihnen allen wurde mehr oder weniger die Botschaft zuteil, dass der Mensch die Geheimnisse der Schöpfung nicht ergründen könne und sich dennoch in Gott geborgen fühlen dürfe.

Nachsatz: Ein problematischer Vergleich

Jüngst erschien ein Buch, in dem der Verfasser sich und sein Schicksal ausdrücklich auf Hiob bezieht und sich selbst den Namen Job gibt. Zu Unrecht, wie ich meine, dementsprechend kritisch fiel meine Rezension aus, die ich für die Zeitschrift "Zeitwende" schrieb:

Der Naturwissenschaftler Friedrich Cramer(Jahrgang 1923) hat sich bei seinen autobiographischen Skizzen ebenfalls an Hiob orientiert. Jedem Kapitel stellt er Abschnitte aus dem Hiobbuch voran, so dass der Leser von vornherein weiß, wie er Cramers Erinnerungen zu verstehen und einzuordnen hat.

Der erste Teil seiner neunzehn Geschichten beginnt jeweils in der Kriegszeit. In der Erzählung "Über Brücken" sehen wir zunächst ein Schlachtfeld mit einem blutigen "Fleischklumpem in der zerfetzten Uniform". Es ist Job kurz,vor seinem neunzehnten Geburtstag. Die Sanitäter, die ihn finden, glauben kaum, dass er überlebt. Überrascht zeigen sie sich von seinem Vornamen. "Komischer Vorname: Job! Ach ja, ist dasselbe wie Hiob. Das war so ein alter Jude? Einer, der so allerhand durchmachen musste? So eine Art Vorgänger vom Herrn Jesus?" Durchmachen und durchstehen muss der moderne Job in der Tat so mancherlei, in den Kriegsjahren, aber auch Jahre später, im Frieden. In der Bundesrepublik lebt er nicht immer unangefochten. Doch unmittelbare Bedrängnis und Todesgefahr sind nun gebannt. Im zweiten Teil der Geschichte erzählt Cramer von einer Reise nach Warschau zu Kollegen, zu wissenschaftlichen Vorträgen. In Polen herrscht, "seit über acht Wochen,seit dem 13.Dezember 1981", der Kriegszustand.

Im Zweiten Weltkrieg geriet Job - davon handelt eine andere Erzählung - in einen Stacheldrahtverhau und verletzte sich schwer. Als Siebzigjähriger zieht er Drähte für die Weinstöcke an der Terrasse seines Hauses und erinnert sich an die damaligen Fieberträume. Dann wieder hat ihn in Russland der Gasbrand ereilt. Nur langsam findet er vom Tod ins Leben zurück. Später treffen wir ihn am Berliner Wissenschaftskolleg wieder, diskutierend mit Iso Camartin und Fritz Dieckmann. Oder: Job wird in einen Lazarettzug verladen - es ist November 1942 - und führt im Lazarett Gespräche mit seiner schwäbisch-pietistischen Betreuerin über unbewusste und angebliche Schuld, über Teufel und Gott, über gerechte Bestrafung und unschuldiges Leiden und Gottes unerforschliche Wege. Die nächste Szene führt uns in die siebziger Jahre, in die Zeit der Studentenunruhen. Job erlebt hautnah mit, dass sich sein Sohn gewalttätig gebärdet. Nachdem der Aufruhr vorüber ist, meint Otto Creutzfeld, einer der Diskussionsteilnehmer: "Da hat ja noch mal ein Schutzengel einen Vatermord verhindert!" Und der Sohn brummelt:"Ich glaube eher, dass ein Teufel seine Hand im Spiel hatte." Am Ende wird - der Schauplatz hat inzwischen gewechselt - Rilkes berühmter Satz zitiert: "Jeder Engel ist schrecklich".

Im Februar 1943 - Job geht mittlerweile an zwei hölzernen Krücken und ist einigermaßen wieder hergestellt-will er alles nachholen, was ihm das Dritte Reich bisher an Bildung vorenthalten hat. 1944 handelt er sich eine Anzeige wegen "Verunglimpfung des Führers" ein. Wieder hat Job Glück, der Polizist, der ihn verhört, ist kein Unmensch.

Die Nachkriegszeit ist geprägt durch Studium, Unterrichten und Forschen, gelegentlich auch durch Auseinandersetzungen mit Nationalsozialismus und Krieg, ferner durch Empfänge bei prominenten Leuten mit viel Small Talk, durch Begegnungen mit überlebenden Juden, Besuche in Israel, Reisen nach England, Italien und Amerika. Kurz nach Kriegsende bemüht sich Job erfolgreich um Nachhilfeunterricht über Juden, für sich und seine Schüler, bei Jaspers und dessen jüdischer Frau. Jahre später legt sich Job, obwohl verheiratet, eine Freundin zu. Im vorgerückten Alter läßt er sich von seiner Frau scheiden, nachdem die gemeinsamen sieben Kinder erwachsen geworden sind und das Haus verlassen haben. Nun hat er sich - der modernen Zeit entsprechend- für frei - frei vielleicht für eine neue Lebensgefährtin, zumindest jedoch frei für einen neuen Lebensabschnitt.

Einmal registriert er dankbar, seine Kriegserlebnisse und sein jetziges Leben überdenkend, dass Satan die Wette mit Gott verloren habe. Doch was ist mit Jobs Bruder, der im Krieg geblieben ist, und mit den vielen anderen, die nicht überlebten, mit jenen, die ermordet und vergast wurden? Dass sich Menschen glücklich preisen, wenn sie lebensgefährlichen Situationen entronnen sind und Gott dafür danken, wer will es ihnen verdenken? Aber soll und darf man sich so ohne weiteres mit Hiob vergleichen? Auffallend ist zudem, dass der moderne Job in Cramers Geschichten weder mit Gott hadert noch gegen ihn rebelliert oder sich gar resigniert in sein Schicksal fügt oder sich erkennbar intensiv mit Gott und der Religion befasst.

Den Fall der Mauer erlebt der Erzähler mit Freunden und Kollegen 1989 in Berlin. "Erst jetzt, sechsundfünfzig Jahre nach 1933 und fünfzig nach Beginn des Zweiten Weltkrieges, in Jobs siebenundsechzigstem Lebensjahr," heißt es im letzten Abschnitt des Buches, "waren die Hitlerzeit und der Krieg für ihn zu Ende."

Zweifellos haben die Kriegserlebnisse mit ihren Erfahrungen von Angst, Schmerz und Todesnähe sowie die Ereignisse und Begegnungen nach dem Krieg für den Erzähler große Bedeutung. Auf den Leser wirken die vielen kleinen Episoden dagegen auf die Dauer eher eintönig. Hinzu kommt, dass die Übertragung der alttestamentlichen Hiobsgeschichte ihre Tücken hat und dass der Vergleich des biblischen Hiob mit dem modernen Job in vielen Passagen kaum zu überzeugen vermag.

Auswahlbibliographie:


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